Kurt-Hübner-Preis 2024 geht an das Team der Produktion „Doctor Atomic“, Nachwuchspreis für Levin Hofmann

Kurt-Hübner-Preis 2024 geht an das Team der Produktion „Doctor Atomic“, Nachwuchspreis für Levin Hofmann

Der Kurt-Hübner-Preis der Bremer Theaterfreunde geht in diesem Jahr an das Team der Musiktheater-Produktion „Doctor Atomic“. Den Nachwuchspreis erhält der Schauspieler Levin Hofmann. Die Preisverleihung findet am Dienstag, dem 25. Juni im Kleinen Haus statt. Der Eintritt zur Veranstaltung ist frei, es gibt Zählkarten an der Theaterkasse.

In der Jurybegründung zum Kurt-Hübner-Preis heißt es:

Der Kurt-Hübner-Preis des Jahres 2024 geht an die Inszenierung „Doctor Atomic“ als herausragende Produktion der ablaufenden Spielzeit und als weit über Bremen herausragende Produktion zeitgenössischen Musiktheaters überhaupt.

Die Jury würdigt neben der Entscheidung des Theaters, mit dieser beklemmend aktuellen Oper die Spielzeit zu eröffnen, vor allem das glückende Zusammenspiel der unterschiedlichen und in sich besonderen und herausragenden Bestandteile eines Gesamtkunstwerkes: die gesamte Konzeption von Bühne, Licht, Kostüm, Maske und Spiel, einschließlich der Setzung, das Orchester auf der Bühne präsent zu haben, die hochkonzentrierte musikalische Leitung von Stefan Klingele und das so sichere Spiel der Bremer Philharmoniker, die genaue und spielerische Regie von Frank Hilbrich, die eindrucksvolle Bühne von Volker Thiele, die Kostüme und insbesondere das stilisierende Maskenbild, entworfen von Gabriele Rupprecht, das vollkommen selbstverständliche und doch eine eigene Welt behauptende Videodesign von Ruth Stofer, die Dramaturginnen Brigitte Heusinger und Frederike Krüger für ihre Auswahl, Hinführung und Begleitung im Kontext der Premiere und der nachfolgenden Vorstellungen. Erwähnt werden sollte auch das Licht von Christian Kemmetmüller und das Sounddesign von Mathias Kluge. Vor allem sind es aber die großartigen Sängerinnen und Sänger, die diesen Abend tragen und das Publikum berühren – sie alle kommen aus dem Ensemble des Theater Bremen und beweisen einmal mehr, zu was dieses Ensemble fähig ist. Sie seien an dieser Stelle einmal alle namentlich genannt: Michał Partyka, Nadine Lehner, Elias Gyungseok Han, Hidenori Inoue, Oliver Sewell, Christoph Heinrich, Wolfgang von Borries und Constanze Jader. Und an der Seite dieser Sängerinnen und Sänger steht der wie immer glänzend aufgestellte Opernchor unter der Leitung von Noori Cho und Alice Meregaglia.

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Für die Jury ist diese Entscheidung auch eine Ermunterung für mehr Mut zu zeitgenössischer Musik und eine Aufforderung an das Theater, diese so besondere Inszenierung wieder in das Programm zu nehmen.

Mit dem Kurt-Hübner-Preis zeichnen die Bremer Theaterfreunde e.V. seit 1996 jährlich eine besonders herausragende künstlerische Leistung am Theater Bremen aus. Der Preis ist mit 5.000 Euro dotiert und wurde bereits an die Schauspielerin Nadine Geyersbach und den Schauspieler Alexander Swoboda (2016), an die Jungen Akteure (2017), an den Chor des Theater Bremen unter Leitung von Alice Meregaglia (2018), an den Schauspieler Simon Zigah (2019), an Hausregisseurin Alize Zandwijk (2020), an die Sängerin Marysol Schalit (2022) und zuletzt an den Sänger Christoph Heinrich (2023) verliehen. Benannt ist der Preis nach Kurt Hübner, der von 1962 bis 1973 Generalintendant am Theater Bremen war.

Der Nachwuchspreis der Bremer Theaterfreunde wurde 2020 zum ersten Mal vergeben, er ist ebenfalls mit 5.000 Euro dotiert. Mit dem Preis sollen junge Theaterkünstler:innen ausgezeichnet werden, die aufgrund ihrer Leistung und Persönlichkeit als besonders förderungswürdig erscheinen. Er wird gemeinsam mit dem bereits 1996 ins Leben gerufenen Kurt-Hübner-Preis vergeben. Der erste Preisträger war Kapellmeister Killian Farrell, 2022 bekam die Schauspielerin Shirin Eissa den Nachwuchspreis, 2023 zeichnete die Jury den Musiker und Schauspieler Matti Weber aus.

In der Jurybegründung zum Nachwuchspreis heißt es:

Parole Emil! Der Nachwuchspreis geht an einen jungen Schauspieler, der vor zwei Jahren als Anfänger aus Graz nach Bremen gekommen ist: Levin Hofmann. Gleich zu Beginn durfte er bei Alize Zandwijk große Rollen übernehmen in „Die heilige Johanna der Schlachthöfe“ und „Das achte Leben“, in der Common Ground-Produktion „Azzurro“ von Josef Zschornack und Tom Liwa und in Sophie Domenz‘ Patti Smith-Liederabend „Because the Night“ durfte er zeigen, wie musikalisch er ist und was für ein toller Sänger.

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In dieser Spielzeit hat er als Emil die Herzen von fast 30.000 Kindern (und Erwachsenen) erobert in der Familienproduktion „Emil und die Detektive“. Dass er auch für dunkle und traurig verlorene Figuren ein wunderbarer Darsteller ist, bewies er in Dea Lohers „Das letzte Feuer“. Wie viel Freude er an der Verwandlung und dem leicht überzogenen Spiel hat, bewies er gerade zuletzt in der Romanadaption „Hawaii“ – fünf Figuren, sieben Umzüge und zwanzig Requisiten in zwei Stunden. Immer wieder anders und immer wieder doch ein unverwechselbarer Spieler mit Charme, Witz und Eleganz.

„Zwischen österreichischem Eigentor und Mbappés gebrochener Nase, habe ich den Anruf in der Halbzeitpause bekommen“, sagt Levin Hofmann: „Ich habe mich natürlich sehr gefreut und fühle mich sehr geehrt in dieser schönen Stadt, an diesem tollen Haus, so gute Dinge erleben zu dürfen. Da war die zweite Halbzeit dann auch gar nicht mehr so wichtig. Das Geld wird ausgegeben – wofür weiß ich nicht. Da werd‘ ich erstmal noch ein wenig ‚Scheiß Money‘ von JayPop hören und mich inspirieren lassen.“

Die diesjährige Jury setzte sich wie folgt zusammen: Prof. Michael Börgerding (Intendant Theater Bremen), Ursula van den Busch (Theaterfreunde), Lore Kleinert (Theaterfreunde), Daniel de Olano (Theaterfreunde), Malte Hinrichsen (Theaterfreunde), Jens Fischer (Journalist), Christine Gorny (Radio Bremen), Jan-Paul Koopmann (Journalist) und Sophia Fischer (Radio Bremen).

Mehr zu den Preisträgern:

Die Produktion Doctor Atomic feierte am 16. September 2023 im Theater am Goetheplatz Premiere. Die 2005 uraufgeführte Oper in zwei Akten von John Adams mit einem Text von Peter Sellars kam in der musikalischen Leitung von Stefan Klingele und der Regie von Frank Hilbrich auf die Bühne. Für die Bühne verantwortlich war Volker Thiele, für die Kostüme Gabriele Rupprecht, für das Videodesign Ruth Stofer, für das Licht Christian Kemmetmüller, für das Sounddesign Mathias Kluge. Der Chor trat unter der Leitung von Alice Meregaglia und Noori Cho auf, die Dramaturgie machten Frederike Krüger und Brigitte Heusinger. Es spielten die Bremer Philharmoniker. Auf der Bühne standen Michał Partyka, Nadine Lehner, Elias Gyungseok Han, Hidenori Inoue, Oliver Sewell, Christoph Heinrich, Wolfgang von Borries, Constanze Jader.

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Levin Hofmann wurde 1998 in Darmstadt geboren und wuchs in Berlin und Linz auf. Über kleinere Rollen in Ballettaufführungen kam er zum Schauspiel und spielte in seiner Kindheit und Jugend viel am Landestheater Linz. Nach einer überschaubaren Karriere am Gymnasium, das er kurz vor der Matura fluchtartig verließ, studierte er bis 2022 Schauspiel an der Kunstuniversität in Graz. Er spielte in Filmen, Theaterproduktionen und Performances in verschiedenen Städten in Deutschland, Österreich und den Niederlanden, arbeitete u. a. mit Manuel Harder, Henri Hüster und Anita Vulesica. Seit frühester Kindheit ist er Mitglied und glühender Fan des SV Werder Bremen. Am Theater Bremen gab er sein Debüt in Alize Zandwijks „Die heilige Johanna der Schlachthöfe“ und arbeitete auch in „Das achte Leben (Für Brilka)“ mit der Regisseurin zusammen. Zudem war er in der Spielzeit 22/23 in Nina Mattenklotz´ „Der Russe ist einer, der Birken liebt“, in der Common Ground-Produktion „Azzurro“ von Josef Zschornack und Tom Liwa und in Sophie Domenz‘ Patti Smith-Liederabend „Because the Night“ zu sehen. In der Spielzeit 23/24 war er in Rahel Hofbauers „Emilia_Galotti“, Nina Mattenklotz‘ „Emil und die Detektive“, Alize Zandwijks „Das letzte Feuer“ und in Berfin Ormans „Hawaii“ zu sehen.

Pressemitteilung von: Theater Bremen