Kooperation mit der Kunsthalle Bremen und Urbanscreen

Kooperation mit der Kunsthalle Bremen und Urbanscreen

Kooperation mit der Kunsthalle Bremen und Urbanscreen

Der ungarische Tänzer und Choreograf Máté Mészáros erforscht gemeinsam mit der Tanzkompanie des Theater Bremen, Unusual Symptoms, und dem Videokunst-Kollektiv Urbanscreen das Wechselspiel zwischen Körper, Raum und Licht. In der Performance „Spektrum / Raum“, die für die Räume der Kunsthalle Bremen entwickelt wurde, verschränken sich die Bereiche Museum und Tanz. Es ist das erste gemeinsam entwickelte Ausstellungsprojekt der Kunsthalle Bremen und des Theater Bremen. Während der Laufzeit bis zum 15. September 2024 finden insgesamt elf Liveperformances statt, immer dienstags, freitags und am Wochenende.

Traditionell wird erwartet, dass Tanz auf einer Bühne stattfindet und Kunst an den Wänden hängt. In diesen Vorstellungen steht die Kunst den Betrachtenden gegenüber und es findet keine Interaktion statt. Mit der für die Kunsthalle Bremen entwickelten Choreografie „Spektrum / Raum“ brechen Máté Mészáros und die Tänzer:innen von Unusual Symptoms mit diesen Ideen von Gattungsgrenzen: Die Performance bringt die vielseitige Architektur des Museums, die ausgestellten Kunstwerke und die Betrachtenden durch Tanz zusammen.

Hierfür haben sich Mészáros und Unusual Symptoms mit den Räumen der Kunsthalle auseinandergesetzt und ihre Bühnenproduktion „Spektrum“, die 2019 im Theater Bremen zur Uraufführung kam, neu aufgenommen und weiterentwickelt. Bei den Performances kommen die Tänzer:innen der Tanzkompanie des Theater Bremen in verschiedenen Räumen des Museums in einen Dialog mit der Architektur, den Kunstwerken und dem Publikum. Dabei wird die Performance in ausgewählten Museumssälen von raumfüllenden Videoprojektionen des Künstlerkollektivs Urbanscreen inszeniert. Die für „Spektrum / Raum“ komponierte Musik des ungarischen Multi-Instrumentalisten Áron Porteleki begleitet die Performance. So wird im Kontext der Ausstellungsarchitektur die skulpturale Qualität von Tanz unmittelbar sinnlich erlebbar und verbindet sich mit den Besuchenden, die sich frei im Raum bewegen können.

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Die Frage, wie Tanz sich in einem musealen Raum verhalten kann, bewegt derzeit sowohl Museen wie auch internationale Choreograf:innen gleichermaßen. Zuletzt traten mit ihren Inszenierungen für Museen besonders hervor: Anne Teresa De Keersmaeker in Institutionen wie dem Centre Pompidou in Paris, der Tate Modern in London, dem Museum of Modern Art in New York und in diesem Jahr im Museum Folkwang in Essen sowie Jérôme Bel, Kat Válastur und Erna Ómarsdóttir im Bode Museum in Berlin. Die Choreografie von Máté Mészáros für die Räume der Kunsthalle Bremen führt eine der Traditionslinien des Bremer Museums fort: Als eine der wichtigsten Sammlungen für Medienkunst in Deutschland mit bedeutenden Werken von John Cage, Nam June Paik und anderen hat die Kunsthalle schon früh eine wegweisende Rolle an der Schnittstelle zwischen Musik, bildender Kunst und Happening eingenommen. Dies zeigt sich auch an zentralen Werken in der Sammlung des Hauses, darunter die berühmten Werke „Lichtballett“ und „Proliferation of the Sun“ von Otto Piene, John Cages multimediale permanente Installation „Writing through the Essay ‘On the Duty of Civil Disobedience‘“ aber auch Happening- und Performance-Werke von Tino Sehgal oder Steve Reich.

Über Unusual Symptoms und Máté Mészáros:

Seit 2012 bilden Unusual Symptoms die Tanzkompanie des Theater Bremen. Ursprünglich gegründet von dem französisch-algerischen Choreograf Samir Akika, arbeitet das Ensemble seit 2018 unter der künstlerischen Leitung von Alexandra Morales und Gregor Runge. Die Arbeiten der Kompanie werden nicht nur in Bremen präsentiert, sondern regelmäßig von internationalen Festivals und Tanzhäusern eingeladen. 2020 und 2024 waren Unusual Symptoms und das Theater Bremen mit insgesamt drei Produktionen zur renommierten Tanzplattform Deutschland eingeladen.

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Máté Mészáros tanzte im Anschluss an sein Studium an der Hungarian Dance Academy drei Jahre in Ungarn. Im Anschluss war er mehrere Jahre Mitglied in den Kompanien Carte Blanche und Ultima Vez und tanzte unter anderem in Arbeiten von Ohad Naharin, Wim Vandekeybus, Sharon Eyal, Amanda Miller und Ina Christel Johannessen. Seit 2010 choreografiert er eigene Arbeiten, mit denen er weltweit tourt. 2016 choreografierte er mit „NEXTtoME“ zum ersten Mal am Theater Bremen und für die Kompanie Unusual Symptoms, 2019 entstand mit „Spektrum“ seine zweite Arbeit am Theater Bremen. Mit seiner Arbeit „Mechanics of Distance“ war er ausgewählt für die Twenty20 des europäischen Tanznetzwerks Aerowaves.

Kooperation:

Diese Performance ist das erste gemeinsam entwickelte Ausstellungsprojekt der Kunsthalle Bremen und des Theater Bremen. Als Tänzer:innen wirken mit: Paulina Będkowska, Aaron Samuel Davis, Gabrio Gabrielli, Maria Pasadaki, Karl Rummel, Andor Rusu, Young-Won Song, Csenger K. Szabó. Die Videoinstallationen stammen vom Bremer Videokunst-Kollektiv Urbanscreen. Die Musik wurde von Áron Porteleki komponiert, der auch während der Performance live spielen wird.

Ermöglicht wird das Projekt durch den Förderkreis für Gegenwartskunst im Kunstverein Bremen.

Performance Termine:

Während der Laufzeit vom 31. August bis zum 15. September finden insgesamt zehn Live-Performances in der Kunsthalle Bremen statt. Außerdem findet eine Premiere am 30. August um 18:30 Uhr statt. Die Performance verteilt sich auf verschiedene Räume im Museum. Die Performance findet während der Laufzeit immer dienstags, freitags und am Wochenende statt. Die Dauer beträgt drei Stunden. Es gilt ein laufender Einlass, sodass sich Besuchende frei bewegen und jederzeit kommen und gehen können. Kosten: Eintritt ins Museum.

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Pressemitteilung von: Theater Bremen