Studierende der Hochschule Bremerhaven erweitern die Wirklichkeit

Studierende der Hochschule Bremerhaven erweitern die Wirklichkeit
Schiffe werden mithilfe von Augmented Reality in das Hafenbecken in den Bremerhavener Havenwelten projiziert. Das Spiel ist im Studierendenprojekt "Seaside AR" entwickelt worden. Foto: Hochschule Bremerhaven

Studierende der Hochschule Bremerhaven erweitern die Wirklichkeit

Virtuelle Schiffe auf realem Wasser vor dem Deutschen Schifffahrtsmuseum versenken und damit Punkte sammeln, die man anschließend in ein leckeres Eis umtauschen kann: Zwölf Studierende der Informatik und Wirtschaftsinformatik zeigen mit ihrem Projekt „Seaside AR“, wie das gehen kann. Den Auftrag dazu gaben ihnen der Magistrat und das Stadtmarketing Bremerhavens.

Stellen Sie sich vor, Sie sind zum ersten Mal in Bremerhaven. Gerade haben Sie das Deutsche Auswandererhaus besucht; jetzt möchten Sie die Hansekogge im wenige hundert Meter entfernten Deutschen Schifffahrtsmuseum sehen. Während Sie noch voller Elan und Entdeckergeist sind, fangen ihre jüngeren Mitreisenden an zu quengeln. Glücklicherweise lädt ein großer Spielplatz vor dem Museumseingang zum Schaukeln und Toben ein. Ehrlich gesagt ist Ihnen auch nach einer kurzen Pause zumute. Neben dem Klettergerüst, an einem kleinen Wasserlauf, entdecken Sie zwei Säulen, die über einen QR-Code dazu einladen, eine Partie Schiffe versenken zu spielen. Auf Ihrem Smartphonedisplay, mit dem realen Wasserlauf im Hintergrund.

Wie das geht? Mit Augmented Reality, kurz AR. Darunter versteht man eine Erweiterung der wahrgenommenen Realität mithilfe von am Computer erzeugten Zusatzinformationen. Im Beispielfall bedeutet das, dass Sie auf Ihrem Display mithilfe der Kamera das echte Wasser sehen und darauf ein virtuelles Gitterkreuz, auf dem Sie nun animierte Segelschiffe mit dem Zeigefinger auf dem virtuellen Spielfeld platzieren können. Jetzt brauchen Sie noch ein:e Mitspieler:in, dann kann‘s losgehen! Ganz einfach und mit verblüffender Wirkung.

„Es geht darum, Menschen runter vom Sofa und nach Bremerhaven zu bringen“

Entwickelt hat das Spiel eine zwölfköpfige Gruppe Studierender der Informatik und der Wirtschaftsinformatik an der Hochschule Bremerhaven. „Bei unserem Projekt geht es darum, Menschen zu den Dingen, runter vom Sofa und nach Bremerhaven zu bringen“, erklärt Constantin van der Woude. Er studiert im siebten Semester Informatik und hat dieses und ein weiteres AR-Erlebnis mit seinen Kommiliton:innen beim „Tag der Informatik“ an der Hochschule vorgestellt. Das Tolle: Die Besucher:innen konnten am Stand der Gruppe, die sich mit ihrem betreuenden Professor Thomas Umland „Seaside AR“ nennt, gleich losspielen.

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Stadt beauftragt Studierende mit Problemlösungen

Den Entwicklungsauftrag hat den Studierenden der Magistrat der Seestadt und das Stadtmarketing „Erlebnis Bremerhaven“ gegeben. „Mit unseren spielerischen und kollaborativen Anwendungen erweitern wir den Stadtrundgang ,Bremerhaven Guide‘ und bauen auf früheren studentischen Projekten auf“, erklärt van der Woude. Er und seine Kommiliton:innen machten sich den beliebten Trend zur Gamification zunutze, „der sorgt dafür, dass die Leute Spaß haben“. Und die Stadt soll auch noch etwas davon haben: „Die Spieler:innen sammeln Punkte und können diese dann im Café oder Restaurant in echte Belohnungen eintauschen.“ Die Entwicklungsschritte bis zum fertigen Spiel waren aufwendig: „Wir überlegten uns, welche technischen Beschränkungen wir lösen müssen – sollen zehn oder 100.000 Menschen das Spiel gleichzeitig spielen können“, erinnert sich der Studierende. Ihre Lösung: Sie konfigurierten die Spielumgebung so, dass mehrere Zweiergruppen jeweils einer so genannten Lobby beitreten und miteinander spielen können. Gleichzeitig können Zuschauer:innen das Spiel in Echtzeit auf ihrem Display verfolgen. „Wir haben auch eine Chatfunktion eingebaut, deren Daten gelöscht werden, sobald die Spieler:innen das Spiel verlassen.“

Studierende stellen ihre Arbeit ihren Auftraggeber:innen vor

Für die Gruppe „Seaside AR“ geht das Spiel weiter: Sie stellen ihr virtuelles Schiffe versenken und ein weiteres Spiel in Kürze ihren Auftraggeber:innen vor. Vielleicht laden dann bald zwei Säulen mit QR-Code Bremerhavenbesucher:innen zum Spielen ein.

Mit Begeisterung studieren, lehren und forschen – dafür steht die Hochschule Bremerhaven. In mehr als 20 praxisnahen und innovativen Studiengängen profitieren die rund 3.000 Studierenden von der engen Zusammenarbeit mit der regionalen Wirtschaft und modernen Lehr- und Lernansätzen. Die zahlreichen Forschungsaktivitäten der „Hochschule am Meer“ wurden bereits vielfach ausgezeichnet und unterstützen nachhaltige Entwicklungen in der Region und darüber hinaus.

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Pressemeldung von Hochschule Bremerhaven