Premiere Tanz: Fools At Work

Premiere Tanz: Fools At Work

Premiere Tanz: Fools At Work

„Who are the idiots? The star who has to follow a fake image that the industry created or the fans?“Samir Akika und die Unusual Symptoms schauen in der neuen Arbeit „Fools At Work“ auf die kapitalistischen Strukturen, die uns begeistern: Wer steht da eigentlich auf dem roten Teppich? Und was wäre, wenn keine:r daneben stünde und die Person bewundern würde? Und was muss man eigentlich machen, um auf den roten Teppich zu kommen? Ist Kunst auch eine Ware und wenn ja, wie bestimmt sich ihr Wert?

„Ich hasse es, wie sicher und steril alles wird“, sagt Choreograf Samir Akika, „Während ich passiv-schuldig bin, tue ich weiterhin so, als würde mich das alles kümmern, freue mich aber trotzdem, auf meinem benzinfressenden Motorrad rumzufahren. Das Paradox, das dieses Stück zeigen soll, ist der unbedingte Wunsch nach künstlicher Schönheit. Ich will den Konsumismus damit nicht an den Pranger stellen, ich habe auch keine Lösung, außer der, die jeder kennt: Sei ein verantwortungsbewusster Konsument – wenn du es dir leisten kannst.“

Die Bühne für „Fools At Work“ hat Karl Rummel gebaut, ein roter Teppich, der sich durchs Kleine Haus zieht. Auf dem für Akikas Arbeit diesmal wenig erzählend und viel tänzerisch passiert. Gleichermaßen inspiriert von Konzeptkunst und Fashion Shows durchbrechen Akika und die Tänzer:innen die Hierarchien von Hoch- und Subkultur und vermischen künstlerischen Aktivismus und die eskapistischen Freuden des Spätkapitalismus zu einem getanzten Happening über den Wert der Kunst. Wen wollen Sie bewundern?

Geboren in Algerien und aufgewachsen in einem Vorort von Paris, studierte Samir Akika zunächst Physik, Mathematik und Sport in Paris und Miami. Er kam erst spät zum Tanz und studierte an der Folkwang Hochschule in Essen. Seitdem arbeitete er als freischaffender Tänzer und Choreograf mit enger Bindung zum tanzhaus nrw Düsseldorf, dem Theater im Pumpenhaus Münster und dem Goethe-Institut. Seine Arbeiten sind vielfach ausgezeichnet worden. Neben seinen vielbeachteten Bühnenproduktionen für Erwachsene realisierte er weltweit regelmäßig Projekte mit Jugendlichen. In Zusammenarbeit mit dem Goethe-Institut entstanden Projekte in u. a. Russland, Südafrika, Bangladesh, Kambodscha, Mexiko, Indien und Usbekistan. 2009 gründete er gemeinsam mit seiner langjährigen Produktionspartnerin Alexandra Morales die Kompanie Unusual Symptoms, mit der er von 2009 bis 2011 die Spitzenförderung Tanz des Landes NRW erhielt. Von 2012 bis 2018 leitete Samir Akika die Tanzsparte am Theater Bremen. 2018/19 übergab er die Leitung an Alexandra Morales und Gregor Runge, seitdem ist er hier Hauschoreograf und arbeitet daneben wieder verstärkt frei, u. a. mit dem Tanzkollektiv La Macana aus Galizien, mit dem 2018 die Arbeit „Pink Unicorns“ entstand. Mit „Pink Unicorns“ erhielt er eine Einladung zur Tanzplattform Deutschland 2020.

Siehe auch  Handwerksgeschichte im Tischlerei-Museum Bremen

Premiere am Samstag, dem 20. Januar um 20 Uhr im Kleinen Haus in Bremen.

 

Choreografie:                                               Samir Akika

Bühne:                                                           Karl Rummel

Kostüme:                                                       Saskia Juliane Kummle

Musik:                                                           Suetszu in Zusammenarbeit mit jayrope

Licht:                                                             Christian Kemmetmüller

Dramaturgie:                                                Gregor Runge

Künstlerische Mitarbeit:                               Chaewon Song

Von und mit:                                                 Paulina Bêdkowska, Gabrio Gabrielli, Maria Pasadaki, Nora Ronge, Karl Rummel, Young-Won Song, Csenger K. Szabó

Pressemeldung von  Theater Bremen