Gut Ding will Walle haben

Gut Ding will Walle haben
Quelle: Martin von Minden / Martinsclub

Gut Ding will Walle haben

Vor Kurzem befand sich noch eine tiefe Baugrube auf der Waller Mitte, nun ragt dort ein Haus samt fertigem Dachstuhl in die Höhe. Das Torhaus 1 wächst, sodass der Martinsclub Bremen e. V., der den Bau des inklusiven Mehrzweckgebäudes verantwortet, zum Richtfest laden konnte. Zu dem kleinen Festakt, ausgerichtet zum Dank an die Handwerker und Bauarbeiter, waren etwa 60 Personen – Nachbarinnen und Nachbarn, Kooperationspartner, Mitglieder des Waller Beirats sowie Dr. Ralph Baumheier, Staatsrat bei der Senatorin für Bau, Mobilität und Stadtentwicklung – gekommen.

Auf Verzögerung folgt schneller Baufortschritt

Mit einem kreativen Vergleich beschreibt Sebastian Jung, Mitglied der Martinsclub-Geschäftsleitung, den raschen Baufortschritt: „Es ist ein Bisschen wie mit einer Flasche Ketchup: Erst kommt lange nichts, dann geht alles ganz schnell. Nachdem sich das Projekt wegen Unstimmigkeiten im Genehmigungsverfahren jahrelang verzögert hatte, liegen wir aktuell gut im Plan, es geht sogar schneller voran als gedacht. Der Martinsclub dankt daher allen, die an den Arbeiten beteiligt sind.“ Der Baustart erfolgte im November letzten Jahres, erst im März war der Grundstein zum Torhaus 1 gelegt worden.

Auch der rituelle Richtfest-Brauch kam nicht zu kurz: Zu einem handwerklichen Segensspruch zogen die Zimmerleute den Richtkranz zum Dachstuhl empor. Anschließend wurde mit einem Schnaps auf das Wohl von Haus und Bauherrn angestoßen, bevor die Feier bei Frikadellen, Bier und Erfrischungsgetränken in den geselligen Teil überging.

Torhaus-Kneipe als sozialer Treffpunkt – Wie soll die Kneipe heißen?

Schnaps, Bier und Co. werden auch künftig im Torhaus 1 ausgeschenkt. Nach der fürs kommende Frühjahr anvisierten Eröffnung nimmt eine inklusive, von Menschen mit und ohne Behinderung gemeinsam bewirtschaftete Kneipe ihren Betrieb auf. Diese Gastwirtschaft, Nachfolgerin des ehemaligen BSV-Vereinsheims Sportklause, soll neben dem gastronomischen Angebot auch ein offener, sozialer Treffpunkt für den Stadtteil sein und als Veranstaltungsraum dienen. Offen ist noch, wie die Kneipe heißen soll. An der Namensfindung können sich alle Interessierten beteiligen. Dazu hat der Martinsclub mehrere Vorschläge eingeholt und eine Vorauswahl getroffen. Zur Wahl stehen: Tante Martin, Maller Witte, Martin’s Clause, Wallachei und Zur lustigen Martina. Wer für einen Vorschlag votieren möchte, kann dies per E-Mail unterr.klosa@martinsclub.de oder unter der Telefonnummer 0421-57232477 tun. Der Vorschlag mit den meisten Stimmen gewinnt.

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Im Obergeschoss des Torhaus 1 entstehen zudem acht barrierefreie, teils rollstuhlgerechte Wohnungen. Als Bauherr ist der Martinsclub einer von mehreren Akteuren, die in Zusammenarbeit mit der „Bürgerinitiative Waller Mitte“ den ehemaligen Dedesdorfer Platz unter dem Namen „Waller Mitte“ neu gestalten.

Der Martinsclub Bremen e. V. ist einer der größten Träger der Behindertenhilfe in Bremen. Gegründet im Jahr 1973, bietet er heute ein vielfältiges Leistungsangebot. Dazu zählen Wohnbetreuung, Assistenz in Schule, Jugendhilfe, Pflege, Bildungs- und Freizeitangebote, Fortbildungen für soziale Berufsfelder, eine Tagungsraumvermietung, zwei inklusive Gastronomiebetriebe, eine Agentur für barrierefreie Kommunikation sowie eine Agentur für inklusive Arbeitsvermittlung. Gesellschaftlich und politisch setzt sich der Martinsclub mit seinen ca. 1.200 Beschäftigten für Inklusion und Gleichberechtigung ein. In den Bremer Stadtteilen Neustadt, Findorff, Kattenturm, Gröpelingen, Huckelriede, Vegesack, Walle und Vahr sowie in der niedersächsischen Stadt Syke ist der Verein mit einem Quartierszentrum vertreten.

Im Jahr 2023 feiert der Martinsclub sein 50-jähriges Bestehen. Unter dem Motto „Menschlich. Mutig. Mittendrin.“ werden dazu das ganze Jahr über verschiedene Veranstaltungen stattfinden. Zudem ist eine Ausstellung zum gesellschaftlichen Engagement des Martinsclub zu sehen.

Pressemeldung von Martinsclub Bremen