Premiere: Prinz*essin

Bitte nicht zu groß, bitte nicht wütend, am Liebsten ein bisschen süß, ein bisschen schüchtern, und, ja, auch gern weiß.

Premiere: Prinz*essin

Bitte nicht zu groß, bitte nicht wütend, am Liebsten ein bisschen süß, ein bisschen schüchtern, und, ja, auch gern weiß. Und schlank bitte auch. Schon von Kindesbeinen an gibt es sie in unserem Umfeld: die Prinzessinnen-Erzählungen. Wenn man aber mal genauer hinschaut: Die meisten Prinzessinnen sehen gleich aus – und Aufgaben abgesehen von sich retten oder küssen lassen, haben sie auch nicht. Was ist das für ein Bild, aus welchen Macht- und Gewaltstrukturen heraus entsteht das? Das fragt sich die neue Junge Aktuer:innen-Produktion „Prinz*essin“.

Regie führt Katharina Bill, sie ist Regisseurin, Performerin und Fettaktivistin. Gemeinsam mit den sieben Jugendlichen schaut sie sich die Stereotype genauer an. Dabei schreiben die Mitwirkenden eigene Texte, die dann von Bill und Dramaturg:in Canan Venzky umsichtig theatralisiert werden. Geprobt wird schon seit Dezember vergangenen Jahres.

„Das Patriarchat hat sich in der funny friendly Figur der Prinzessin mit allen zur Verfügung stehenden Mitteln ausgetobt. Durch sie hindurch zeigt sich eine feindliche Welt, die über Ausschlüsse funktioniert. Das kann keine freie Welt sein“, so Katharina Bill: „In persönlichen und diskursiven Texten fragen die Jungen Akteur:innen sich und das Publikum: Wie können wir erwachsen werden? Und das hat für sie nichts mit dem Alter zu tun.“

Katharina Bill ist Performerin, Regisseurin und Fettaktivistin. In ihren Arbeiten beschäftigt sie sich mit normativen Darstellungsweisen und dem Zusammenhang von Körpern und Macht. Zuletzt beschäftigte sie sich zusammen mit anderen Künstler:innen mit dem „Fatsuit“ und inszenierte 2022 die Uraufführung von Liv Strömquists Graphic Novel „Im Spiegelsaal“ am Jungen DT. Als Performerin arbeitet sie mit zahlreichen Regisseur:innen und Kollektiven der Freien Szene zusammen; darunter Pulk Fiktion, Corinne Maier, Studio Urbanistan und Machina Ex. Als Expertin für performative Theaterformen gibt sie Workshops und Seminare u. a. am Mozarteum Salzburg, an der Kaserne Basel und an der Hochschule Merseburg.

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Premiere am Samstag, dem 6. April, um 19 Uhr im Bremer Brauhauskeller.

Pressemeldung von  Theater Bremen