Premiere Schauspiel: Bienen. Ein Naturschauspiel

Premiere Schauspiel: Bienen. Ein Naturschauspiel

Premiere Schauspiel: Bienen. Ein Naturschauspiel

Wussten Sie, dass die barocken Tänze denen der Bienen gleichen? / von Felix Rothenhäusler und Theresa Schlesinger / Regie Felix Rothenhäusler / Premiere am 21. April 2023 im Kleinen Haus

Wenn die Temperaturen steigen, löst sich die wärmende Traube im Stock langsam auf. Monatelang hingen die kleinen Körper dicht gedrängt aneinander, im Wechsel von Innen nach Außen, damit möglichst wenige erfrieren und die Königin mit ihrer Brut im Inneren warm bleibt. Im Frühling wächst das Volk dann wieder: Eine Arbeitsbiene wird zwischen 35 Tagen und fünf Wochen alt, eine Königin etwa vier Jahre, ein Bienenstock aber kann Jahrhunderte überdauern.

Was ist das eigentlich für eine Art Leben, die da stattfindet, wenn das Individuum im Ganzen verschwindet? Theresa Schlesinger und Felix Rothenhäusler werfen in „Bienen. Ein Naturschauspiel“ einige Fragen auf, auf die man erstmal kommen muss: Wussten Sie zum Beispiel, dass die barocken Tänze denen der Bienen ähneln, mit denen sie ihren Kolleginnen mitteilen, wo sie Nahrung finden? Oder dass die Königin manchmal zum Hochzeitsflug den Stock verlässt? Wie ist so eine nicht-menschliche Sichtweise – und wie lässt sie sich auf die Bühne im Kleinen Haus des Theater Bremen holen? Regisseur Rothenhäusler erweckt den Bienenstock mit vier Schauspieler:innen, einer Tänzerin, einem Performer und zwei Musikern zum Leben.

„Das Problem mit dem ökologischen Bewusstsein besteht nicht darin, dass es so schrecklich schwierig ist. Es ist so einfach. Du atmest Luft, dein bakterielles Mikrobiom murmelt vor sich hin, die Evolution entfaltet sich schweigend im Hintergrund. Irgendwo singt ein Vogel und die Wolken ziehen über den Himmel. Du schaust dich um. Du brauchst nicht ökologisch zu sein. Denn du bist ökologisch.“ (Timothy Morton: „Ökologisch sein“, 2018)

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Felix Rothenhäusler, geboren 1981, studierte Theater- und Medienwissenschaft in Bayreuth und Paris sowie Regie an der Theaterakademie Hamburg. Seine Arbeiten waren u. a. zu sehen am Düsseldorfer Schauspielhaus, Deutschen Theater Göttingen und dem Neumarkt Theater Zürich. An den Münchner Kammerspielen inszenierte er u. a. das Science Fiction Epos „Nichts von euch auf Erden“ von Reinhard Jirgl, „The Re’Search“ des amerikanischen Videokünstlers Ryan Trecartin und „Melancholia“ von Lars von Trier. In den letzten Jahren arbeitete er auch im Musiktheater. In Bremen entstanden u. a. Mozarts „Le nozze di Figaro“ oder Massenets „Werther“. Am Luzerner Theater inszenierte er Max Frischs „Der Mensch erscheint im Holozän“ mit Musik von Gustav Mahler und an der Staatsoper Stuttgart zuletzt eine Neuinszenierung von „Werther“. Am Theater Bremen ist er seit der Spielzeit 2012/13 als Hausregisseur engagiert. Dort entstanden Arbeiten auf Grundlage von zeitgenössischen Roman- und Serienstoffen wie „Mr. Robot“ oder „The End. Eine Replikantenoper“. Er befragte aber auch klassische Werke wie „Die Räuber“ oder „Ödipus/Antigone“ neu. Zuletzt waren „REVUE. Über das Sterben der Arten“ zu sehen, mit dem er zum Heidelberger Stückemarkt eingeladen war und „Verfall. Ein Picknick im Grünen“.

 

Premiere am Freitag, dem 21. April um 20 Uhr im Kleinen Haus

 

Regie:                                                            Felix Rothenhäusler

Bühne:                                                           Katharina Pia Schütz

Kostüme:                                                       Elke von Sivers

Musik:                                                           Jo Flüeler, Moritz Widrig

Choreografische Mitarbeit:                          Andy Zondag

Dramaturgie:                                                Theresa Schlesinger

 

 

Mit:                                                                Shirin Eissa, Siegfried W. Maschek, Irene Kleinschmidt, Matthieu Svetchine, Andy Zondag, Alexandra Llorens, Moritz Widrig, Jo Flüeler

Pressemeldung von  Theater Bremen

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