Premiere Musiktheater Jenůfa

Premiere Musiktheater Jenůfa

Premiere Musiktheater Jenůfa

Oper aus dem mährischen Bauernleben in drei Akten von Leoš Janáček / Text nach dem Drama von Gabriela Preissová / Musikalische Leitung Yoel Gamzou, Regie Armin Petras / Premiere am 9. April 2022 im Theater am Goetheplatz.

 Die Fensterläden bleiben geschlossen: Zu groß ist die Schande der Schwangerschaft, des unehelich gezeugten Kindes. Niemand im Dorf darf von Jenůfas Fehltritt erfahren. Zumal der Vater des Kindes die Ehe verweigert. Als sich ein anderer heiratswilliger Kandidat findet, ist die Ziehmutter froh. Doch ein Kind will er nicht mit aufnehmen. Da liegt die Lüge nah, es sei kurz nach der Geburt gestorben. Die Angst um den Verlust der Ehre ist übermächtig: Die Ziehmutter ermordet das Baby und lässt seine kleine Leiche im Eis verschwinden. Doch der Frühling kommt gewiss …

Nach dem großen Erfolg „Lady Macbeth von Mzensk“ 2017 arbeiten der Musikalische Leiter Yoel Gamzou und Regisseur Armin Petras nun mit Leoš Janáčeks „Jenůfa“ wieder gemeinsam an einer Oper, die soziale Härten schonungslos zeigt. In der Titelpartie wird Nadine Lehner zu sehen sein, die ihr Debüt als Jenůfa gibt.

„Armin Petras erzählt die tragische Geschichte von Jenůfa, deren Kind auf dem Altar der Wohlanständigkeit geopfert wird, in der Wendezeit in einer dörflichen Gesellschaft in Böhmen“, erläutert Brigitte Heusinger, die die Produktion als Dramaturgin begleitet, den Ansatz der Inszenierung: „Bäuerliche Strukturen in einer Landwirtschaftlichen Produktionsgenossenschaft treffen auf neue westliche Werte. Auch bei diesem Neuanfang ist das Kind im Weg. Janáčeks musikalischem Realismus setzt Petras einen szenischen Realismus entgegen: Harte Konflikte werden in einer detailreichen Bühne voller zeitgeschichtlicher Requisiten direkt ausgehandelt.“

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Yoel Gamzou wuchs in einer Künstlerfamilie zwischen New York, London und Tel Aviv auf. Im Alter von 19 Jahren wurde er beim Gustav Mahler-Dirigierwettbewerb der Bamberger Symphoniker mit einem Sonder-Förderpreis ausgezeichnet. 2006 gründete Gamzou das International Mahler Orchestra, eine Gruppe von 24 Spitzenmusiker:innen unterschiedlicher Generationen, um die Konventionen der klassischen Musik zu hinterfragen und neue Orchesterformate zu erproben, wofür sie mit dem Princess Margriet Award der Europäischen Kulturstiftung (ECF) ausgezeichnet wurden. 2012 bis 2015 war er Erster Kapellmeister und Stellvertretender Generalmusikdirektor am Staatstheater Kassel und gastierte regelmäßig bei Orchestern wie dem Israel Philharmonic Orchestra, dem Mozarteum Orchester Salzburg, dem Belgrade Philharmonic Orchestra, dem Malaysian Philharmonic Orchestra, dem Deutschen Symphonie-Orchester Berlin sowie den Stuttgarter Philharmonikern. Yoel Gamzou wurde mehrfach ausgezeichnet, u. a. mit dem Berenberg Kulturpreis und dem deutschen Musikpreis Echo Klassik 2017 in der Kategorie Nachwuchskünstler (Dirigat). Seit der Spielzeit 2017/18 ist Yoel Gamzou Generalmusikdirektor am Theater Bremen.

Armin Petras studierte Regie an der Hochschule für Schauspielkunst Ernst Busch in Berlin. Von 1999 bis 2002 war er Schauspieldirektor am Staatstheater Kassel, im Anschluss daran wurde er als Hausregisseur am Schauspiel Frankfurt engagiert und leitete dort drei Jahre die Spielstätte in der Schmidtstraße. Im Jahr 2006 übernahm er die Intendanz am Maxim Gorki Theater Berlin. In den Spielzeiten 2013/14 bis 2017/18 leitete er als Intendant das Schauspiel Stuttgart. Neben seiner inszenatorischen Tätigkeit ist Petras auch als Autor von Bühnenstücken unter dem Pseudonym Fritz Kater bekannt. Für sein Stück „zeit zu lieben zeit zu sterben“ wurde er 2003 mit dem Mülheimer Dramatikerpreis ausgezeichnet. Für sein Gesamtwerk erhielt Fritz Kater 2008 den Else-Lasker-Schüler-Dramatikerpreis. Petras ist seit der Spielzeit 2018/19 Hausautor und Hausregisseur am Theater Bremen.

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Premiere am Samstag, dem 9. April, 19:30 Uhr im Theater am Goetheplatz

 Musikalische Leitung:           Yoel Gamzou

Regie:                                     Armin Petras

Bühne:                                    Julian Marbach

Kostüme:                               Patricia Talacko

Chor:                                     Alice Meregaglia

Video:                                    Rebecca Riedel

Choreografie:                        Berit Jentzsch

Licht:                                     Norman Plathe-Narr

Dramaturgie:                         Brigitte Heusinger

Mit:                                        Anne-Kathrin Auch, Stephen Clark, Christian-Andreas Engelhardt, María Martín González, Christoph Heinrich, Hyung-Jin Kim, Nadine Lehner, Ulrike Mayer, Nathalie Mittelbach, Luis Olivares Sandoval, Nerita Pokvytytė, Ulrike Schneider, Marie Smolka, Opernchor des Theater Bremen. Tänzer:innen: Neus Ledesma, Timos Papadopoulos, Magali Sander Fett, Sergey Zhukov

 

Es spielen die Bremer Philharmoniker

Quelle Pressemeldung von  Theater Bremen