Neue Grundlagen zur Bewertung von Klimafolgen für den Wasserhaushalt: LBEG veröffentlicht aktuelle Daten zur Grundwasserneubildung für zwei unterschiedliche Zukunftsszenarien

Neue Grundlagen zur Bewertung von Klimafolgen für den Wasserhaushalt: LBEG veröffentlicht aktuelle Daten zur Grundwasserneubildung für zwei unterschiedliche Zukunftsszenarien
Die obere Reihe zeigt die Grundwasserneubildungsänderung zu 1971-2000 für ein Szenario mit ungebremsten Treibhausgasemissionen. Die untere Reihe zeigt das Ergebnis für ein Szenario mit starken Klimaschutzanstrengungen.

Neue Grundlagen zur Bewertung von Klimafolgen für den Wasserhaushalt: LBEG veröffentlicht aktuelle Daten zur Grundwasserneubildung für zwei unterschiedliche Zukunftsszenarien

Das Landesamt für Bergbau, Energie und Geologie (LBEG) hat die aktuellen Daten der zukünftigen Grundwasserneubildung mittels zweier unterschiedlicher Szenarien berechnet und veröffentlicht. Das Ergebnis des Wasserhaushaltsmodells mGROWA22 ist auf dem NIBIS®-Kartenserver einzusehen und maßgeblich für die Bewertung des Klimawandels und seiner Auswirkungen auf den Wasserhaushalt Niedersachsens.

Für die Berechnung wurde das aufwendig novellierte Modell des monatlichen Großräumigen Wasserhaushalts (mGROWA) verwendet und mit zwei Multi-Modell-Ensembles angetrieben. Die Ensembles, bei denen viele unterschiedliche Klimamodelle übereinandergelegt werden, beinhalten das RCP2.6-Szenario (intensiver Klimaschutz) und das RCP8.5-Szenario (kein Klimaschutz). Sie zeigen die Spannweite möglicher zukünftiger Emissionen. Das RCP2.6-Ensemble ist neu entworfen worden. Das schon häufiger verwendete RCP8.5-Ensemble ist um drei Klimamodelle erweitert worden. Zur Verfügung stehen die Daten der
30-jährigen Zeiträume 2021-2050 und 2071-2100 aufgelöst für das Kalenderjahr und die hydrologischen Halbjahre.

Im Ergebnis zeigt sich, je höher die Treibhausgasemissionen sind, desto höher sind auch die Änderungen der Grundwasserneubildung in der Zukunft. Hintergrund ist, dass bei hohen Emissionswerten der Winterniederschlag steigt und der Sommerniederschlag weniger wird. Dieser Trend ist auch jetzt schon in den Wetterdaten des Deutschen Wetterdienstes (DWD) zu beobachten. Für die Grundwasserneubildung im Zeitraum 2071-2100 bedeutet das, dass für das gesamte Jahr kein eindeutiger Trend der Grundwasserneubildungsänderung festzustellen ist. Es zeigt sich jedoch im RCP8.5-Szenario eine Abnahme der Neubildung im Sommerhalbjahr (-14 mm) und eine Zunahme im Winterhalbjahr (+8 mm). Dieser Trend fällt für das RCP2.6-Szenario im Sommerhalbjahr geringer aus (-3 mm) und kehrt sich für das Winterhalbjahr um (-2mm).

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Pressemeldung von  Landesamt für Bergbau, Energie und Geologie