Warum ist Freizeit so wichtig für uns?

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Warum ist Freizeit so wichtig für uns?

Vielleicht lassen sich Freizeit und Urlaub überhaupt nur genießen, wenn man die andere Seite der Medaille zur Genüge kennt: die Arbeit. Beides sind gleichsam Gegenpole, die sich gegenseitig zu unserem Leben ergänzen. So dient unsere freie Zeit zur Erholung, also dazu, unsere Arbeitskraft wieder herzustellen, zumindest sollte es so sein. Den Ausgleich und eine gute Balance zwischen der privaten Zeit und der Anwesenheit am Arbeitsplatz zu finden, baut aber nicht auf faulem, langweiligen Nichtstun auf, sondern auf interessanten, durchaus fordernden Aktivitäten, die unserer Persönlichkeitsentwicklung dienlich sind.

Es ist keine Selbstverständlichkeit, dass nicht zu arbeiten beziehungsweise nicht arbeiten zu müssen, einen Mehrwert für einen Menschen bedeutet, denn seine freie Zeit mit lehrreichen, sozial wichtigen Begegnungen anzufüllen, die die eigene Entwicklung voranbringen, ist durchaus eine hohe Kunst, die niemandem in die Wiege gelegt wurde. Tatsächlich gibt es viele Menschen, die nicht nur finanziell verarmen, wenn sie ihren Arbeitsplatz und damit ihr einziges soziales Umfeld verlieren. Jedenfalls kannten schon die großen Philosophen der Antike den hohen Wert der freien Zeit, die den Menschen die Muße und die Muse bescherte, ihren Gedanken freien Lauf zu lassen, um daraus schöpferische Kraft für sich und ihre Familien zu generieren.

 

Freizeit als Ausgleich zur Arbeit

Nachhaltig richtig leistungsstark im Job kann nur derjenige sein, der in seinem Privatleben den dazu nötigen Ausgleich findet. Wer abschaltet und gebührenden Abstand zu den Problemen am Arbeitsplatz findet, gewinnt die neue Kraft, die er am nächsten Tag dort wieder dringend brauchen wird. In vielen modernen Unternehmen wurden diese unumstößlichen Zusammenhänge erkannt und deshalb schreiben sie bei der Ausgestaltung ihrer Arbeitsplätze die Work-Life-Balance, also die Vereinbarkeit von Beruf und Familie, ganz groß. Neben solchen wichtigen Errungenschaften wie flexible Arbeitszeit, Telearbeit, Sabbatical, Fitness- und Ruheraum ist endlich die permanente Erreichbarkeit der Mitarbeiter harscher Kritik ausgesetzt, weil diese nachweislich kontraproduktiv wirkt. Regelmäßige, bewusste, längere Auszeiten vom Job sind eine wesentliche Grundlage für eine stabile Gesundheit, wobei hier nicht nur der Blutdruck oder Herz-Kreislauf-Erkrankungen im Fokus stehen, sondern vor allem unsere Psyche.

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Zusammenfassend lässt sich sagen, dass eine gelungene Freizeitgestaltung folgende Vorteile mit sich bringt:

  • Höhere körperliche und geistige Leistungsfähigkeit gerade auch am Arbeitsplatz
  • Verbessertes Wohlbefinden aufgrund einer stabileren Gesundheit
  • Stressreduktion durch Entschleunigung und damit einhergehend erhöhte Resilienz gegenüber Stress
  • Bewussteres Wahrnehmen der Umwelt und erhöhte Empathie gegenüber anderen Menschen

 

Erholung braucht der Mensch

Leider reagieren viele Menschen in beruflichen Stresssituationen genau falsch, indem sie sich von ihrer Familie und ihren Freunden sogar zurückziehen und ihre angestammten Hobbys vernachlässigen. Das andere, ebenfalls stresserzeugende Extrem ist die Freizeitfalle. In sie tapt derjenige, der ständig in der Angst lebt, etwas im Leben zu verpassen, und seinen beruflichen, formalisierten Perfektionismus und sein Prestige-Gehabe auch in der arbeitsfreien Zeit nicht ablegen kann. Derartiger Aktionismus bringt das Gegenteil von der ersehnten Erholung, die ja gerade der Schlüssel für ein bewussteres Wahrnehmen unseres Umfeldes ist. Wenn auf diese Weise die Arbeit ohne Ausgleich bleibt, bleiben Leistungsfähigkeit, Konzentration und Motivation, somit der Erfolg und die Karriere, auf der Strecke. Die Freizeit hat also positive Auswirkungen auf das Wohlbefinden. Die Regeneration von der Arbeit beschert uns insgesamt ein entspannteres Leben.

Vom Kopf her mal richtig abschalten zu können, das gelingt demjenigen, der seine eigenen Bedürfnisse erkannt hat und seine Freizeitgestaltung genau daran orientiert. Regel Nummer 1 sollte deshalb darin bestehen, dass die Freizeitaktivität, anders als im Berufsleben, weder etwas mit Pflicht noch mit Leistung zu tun haben sollte. Der Ausgleich, den wir alle brauchen, besteht in Genuss und Freude. Es gibt allerdings auch viele Arbeitnehmer, die an ihrem Arbeitsplatz sogar sträflich unterfordert werden. Diese Menschen sind gut beraten, zum Ausgleich fordernde Freizeitaktivitäten, die sie durchaus mal ans Limit bringen, zu unternehmen.

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Die aktive Gestaltung unserer Freizeit hat viel damit zu tun, ob wir „arbeiten, um zu leben, oder leben, um zu arbeiten“. Gerade Selbstständige müssen sich diese Gedanken zu Herzen nehmen.