Studentin Pheline Hanke begleitet für ihre Bachelorarbeit Seenotretter im Mittelmeer

Studentin Pheline Hanke begleitet für ihre Bachelorarbeit Seenotretter im Mittelmeer
Bildquelle: Pheline Hanke

Studentin Pheline Hanke begleitet für ihre Bachelorarbeit Seenotretter im Mittelmeer

Wenn Gebiete durch Hochwasser überflutet werden, Kriege ganze Städte zerstören oder Menschen bei der Flucht über das Mittelmeer ertrinken, liefern Videojournalist:innen die Bilder direkt ins heimische Wohnzimmer. Beiträge in Nachrichtensendungen und online ermöglichen einen Einblick in die Geschehnisse in den Krisengebieten. Aber wie können Videojournalist:innen sicherstellen, dass bei der Produktion verantwortungsvoll und ethisch gehandelt wird? Pheline Hanke, die an der Hochschule Bremerhaven Digitale Medienproduktion studiert, möchte das in ihrer Bachelorthesis herausfinden. Für den praktischen Teil ihrer Abschlussarbeit wurde sie selbst zur Videojournalistin und begleitete vor kurzem ehrenamtlich als Field Media Coordinator Seenotrettungseinsätze der Organisation „Mission Lifeline“ im Mittelmeer.

An Bord war Pheline Hanke hauptsächlich für die Dokumentation und Berichterstattung über die Einsätze zuständig. Im Schichtdienst überwachte die Besatzung während der Fahrten die Lage auf dem Wasser. Dabei nahm sie auch kontinuierlich eingehende Koordinaten von Notrufen und Suchflugzeugen auf und glich diese mit der eigenen Position ab. „Oft waren wir über 300 Meilen vom Distress Call entfernt und konnten daher keine Hilfe leisten. Aber wenn wir nahe genug dran waren, sind wir losgefahren“, sagt die Studentin.

Nach drei Tagen auf See dann der erste Einsatz: „Wir entdeckten durch das Fernglas zufällig ein Metallboot mit 39 Menschen an Bord. Darunter sechs Frauen, von denen eine schwanger war. Mit unserem Beiboot näherten wir uns ihnen und versorgten alle Menschen mit Rettungswesten, Medikamenten und Wasser. Da ein Schiff der NGO ‚Sea-Watch‘ in der Nähe war, kamen sie den späten Abendstunden. Sie nahmen die Menschen an Bord und brachten sie nach Lampedusa“, sagt Pheline Hanke.

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Für die Dokumentation kamen eine Drohne, Filmkamera und GoPros, also kleine, wasserdichte Videokameras, zum Einsatz. Mehrere Kurzvideos sollen aus den Aufnahmen von Pheline Hanke entstehen. Diese sollen nicht nur die Einsätze zeigen, sondern auch die Arbeit der Besatzung. „Ich erstelle eine Crew-Serie, um einen Einblick in den Alltag an Bord zu geben“, so Hanke. Erste Bilder von der Arbeit der Seenotretter finden sich auf Instagram unter @missionlifeline. In ihrer Bachelorarbeit möchte sich die Studentin außerdem kritisch mit dem Verhalten von Videojournalist:innen auseinandersetzen: „Als Forschungsfrage möchte ich herausfinden, wie Videojournalist:innen sicherstellen können, dass die bei der Produktion von Videoinhalten verantwortlich und ethisch handeln. Geplant ist eine Diskussion, in die Wissen durch ein Experteninterview und Literatur einfließt.“

Mit Begeisterung studieren, lehren und forschen – dafür steht die Hochschule Bremerhaven. In mehr als 20 praxisnahen und innovativen Studiengängen profitieren die rund 3.000 Studierenden von der engen Zusammenarbeit mit der regionalen Wirtschaft und modernen Lehr- und Lernansätzen. Die zahlreichen Forschungsaktivitäten der „Hochschule am Meer“ wurden bereits vielfach ausgezeichnet und unterstützen nachhaltige Entwicklungen in der Region und darüber hinaus.

Pressemeldung von  Hochschule Bremerhaven