Seenotrettung im Mittelmeer: Spendenziel schon vorzeitig erreicht

Seenotrettung im Mittelmeer: Spendenziel schon vorzeitig erreicht
DIe Stadt Oldenburg ist Patin des Rettungsschiffes „Humanity 1“. Foto: Maria Giulia Trombini/SOS Humanity

Seenotrettung im Mittelmeer: Spendenziel schon vorzeitig erreicht

Oldenburg. Das ging schneller als erwartet: Im April dieses Jahres hatte die Stadt Oldenburg eine Patenschaft für das im Mittelmeer aktive Seenotrettungsschiff „Humanity 1“ übernommen und gemeinsam mit der Initiative Seebrücke Oldenburg die Spendenkampagne „Oldenburg für Seenotrettung“ gestartet – rund zehn Wochen später ist das anvisierte Spendenziel von 35.000 Euro bereits erreicht. „Das ist eine starke Geste der Solidarität“, freut sich Sozialdezernentin Dagmar Sachse über die hohe Spendenbereitschaft. Die große Resonanz zeige, dass die Menschen unterstützen wollen und ihnen das Schicksal der Flüchtenden nicht gleichgültig ist. Die Stadt Oldenburg lässt nun die von ihr in gleicher Höhe zugesagte Summe der Seenotrettungsorganisation SOS Humanity zukommen.

Spendenergebnis verdoppelt

Der Rat der Stadt hatte Ende vergangenen Jahres beschlossen, im Haushalt 2023 einen Betrag von 50.000 Euro für die zivile Seenotrettung zur Verfügung zu stellen. 15.000 Euro waren direkt für SOS Humanity bestimmt, mit bis zu 35.000 Euro sollte das Ergebnis der Spendenkampagne verdoppelt werden. Dank der Mithilfe vieler Spenderinnen und Spender wird die Rettungsmission im Mittelmeer nun also mit insgesamt 85.000 Euro aus Oldenburg unterstützt. Die Spendenkampagne war ursprünglich bis Ende September angelegt.

Dank für Engagement

„Seit dem Start der Oldenburger Spendenkampagne im April hat die Crew der Humanity 1 trotz Schikanen der Regierung in Italien 118 Menschen aus Seenot im Mittelmeer gerettet, seit der Taufe des Schiffs Ende August 2022 über 1.000“, sagt Till Rummenhohl, Geschäftsführer von SOS Humanity. „Der Betrieb eines Rettungsschiffs kostet viel Geld und die Kosten sind massiv gestiegen. Wir freuen uns sehr über die Unterstützung der Stadt Oldenburg und ihrer engagierten Bürgerinnen und Bürger, bei denen wir uns herzlich bedanken. Solange europäische Staaten die Abschottungspolitik verschärfen und flüchtende Menschen zu Hunderten, wie letztens vor Griechenland, dem Ertrinken überlassen, müssen wir als Zivilgesellschaft menschlich handeln.“

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Katastrophale Lage

Auch die Vertreterinnen und Vertreter der Seebrücke Oldenburg bedanken sich dafür, dass die Kampagne in Oldenburg so tatkräftige Unterstützung gefunden hat: „Wir haben das Spendenziel in erstaunlich kurzer Zeit erreicht. Das Geld wird dringend gebraucht. Die Lage für Flüchtende ist im Mittelmeer katastrophal. Erst vor kurzem sind vor Pylos in Griechenland über 600 Menschen gestorben. Das können wir nicht untätig hinnehmen! Deshalb müssen wir die Seenotrettung aktiv unterstützen.“

Kommunalaufsicht: Unterstützung ist zulässig

Oldenburg ist eine von mehreren Kommunen in Niedersachsen (unter anderem neben Braunschweig, Lüneburg, Osnabrück, Wolfsburg) und darüber hinaus (wie zum Beispiel Greifswald, München, Rostock), welche die auf Spenden angewiesene, nichtstaatliche Seenotrettung aktiv unterstützen. Schon 2020 hatte sich die Stadt zum „Sicheren Hafen“ erklärt. Dass die Übernahme der Schiffspatenschaft und finanzielle Unterstützung zulässig ist, hat das Niedersächsische Ministerium für Inneres und Sport als zuständige Kommunalaufsichtsbehörde der Stadtverwaltung bestätigt.

Wer ist SOS Humanity?

SOS Humanity ist eine gemeinnützige Organisation mit Sitz in Berlin. Sie wurde 2015 gegründet und hat seither über 35.000 Menschen in Seenot auf der Flucht über das Mittelmeer gerettet und an einen sicheren Ort gebracht. Sie betreibt seit August 2022 das Rettungsschiff Humanity 1. SOS Humanity hat sich neben dem Retten, Schützen und Begleiten an Bord zudem das Ziel gesetzt, durch das Bezeugen der Missstände auf eine humanere Migrationspolitik in Deutschland und der EU hinzuwirken. Die Arbeit der Organisation finanziert sich durch Spenden aus der Zivilgesellschaft und die Unterstützung von meist humanitären Partnerorganisationen.

Quelle Pressemeldung von  Stadt Oldenburg