Rauschmittel in europäischen Hafenstädten

Rauschmittel in europäischen Hafenstädten

Rauschmittel in europäischen Hafenstädten

Oldenburg. Ab dem 17. Jahrhundert gelangten neue Rausch- und Genussmittel wie Tabak, Kaffee, Tee, Kakao, Zucker und Opium aus Übersee in europäische Hafenstädte – und veränderten dort den öffentlichen Raum. Wie dies geschah, können Interessierte ab Mittwoch, 16. November, in einer Online-Ausstellung erleben. Das europäische Verbundprojekt „Intoxicating Spaces“, in dem Historikerinnen der Universität Oldenburg unter anderem mit Kollegen der Universität Sheffield (Großbritannien) zusammenarbeiten, hat diverse Quellen in einer großen, öffentlich zugänglichen Datenbank zusammengeführt. Die digitale Eröffnung der „Intoxicating Spaces Virtual Exhibition“ findet am Mittwoch, 16. November, 14.00 Uhr in englischer Sprache statt, eine Anmeldung ist über uol.de/r/IntoxicatingSpaces möglich. In der Veranstaltung erzählt das Projektteam einige Geschichten zu den Fundstücken und erläutert, wie sich die Ausstellung zum Recherchieren, zur Anwendung im Klassenzimmer oder einfach zum Stöbern nutzen lässt.

Die digitale Ressource ist als virtuelles Sammelalbum („scrap book“) konzipiert. Thema sind die Produktion, Verbreitung und der Konsum von Tabak, Kaffee, Tee, Kakao, Zucker und Opium zwischen 1600 und 1850 in den vier Hafenstädten London, Amsterdam, Stockholm und Hamburg. Das Team um die Oldenburger Historikerin Prof. Dr. Dagmar Freist und Gesamtprojektleiter Prof. Phil Withington von der University of Sheffield sammelte historische Schriftstücke wie Zollbücher, Warenlisten, Zeitungen oder Gerichtsakten, aber auch literarische und künstlerische Darstellungen, Briefe, Tagebücher und Nachlassinventare. So lässt sich anhand von mehr als tausend Exponaten rekonstruieren, wie sich die neuen Rauschmittel verbreiteten, wie die Menschen sie wahrnahmen und wie sie und die dazugehörigen Accessoires in Häuser und Geschäfte einzogen. Durch eine Vielzahl von Schlagwörtern ist die Sammlung durchsuchbar, etwa nach bestimmten Utensilien, Themen, Akteuren oder Räumen. Das Team hat die digitalen Exponate weitestgehend durch Geodaten auf einer Karte verortet, um aufzuzeigen, wie die Rauschmittel die Hafenstädte auch räumlich prägten.

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Bei der Eröffnung erklären Projektforschende in kurzen Beiträgen, wie Interessierte die Ausstellung für ihre eigene Forschung einsetzen können. In Oldenburg waren neben Freist auch Dr. Gabrielle Robilliard, Johannes Birk und Katharina Schmees an der Ausstellung beteiligt. Finanziert wurde das gesamte Forschungsvorhaben durch das europäische Forschungsnetzwerk Humanities in the European Research Area (HERA). Die finanziellen Mittel für das Oldenburger Teilprojekt steuerte überwiegend das Bundesforschungsministerium bei.

Pressemeldung von  Universität Oldenburg