Meilenstein bei der Oldenburger Müllabfuhr: Zeit für einen STOFFWECH2EL

Meilenstein bei der Oldenburger Müllabfuhr: Zeit für einen STOFFWECH2EL
Stellten das erste wasserstoffbetriebene Abfallsammelfahrzeug vor (von links): Paul Schneider (EWE-Wasserstoffbotschafter), Rainer Poppen (studentischer Gutachter), Michael Steenken (FAUN Umwelttechnik GmbH & Co. KG), Wolfgang Weitkämper (AWB), Oberbürgermeister Jürgen Krogmann, Volker Schneider-Kühn (Betriebsleiter AWB) und Finanzdezernentin Dr. Julia Figura. Foto: Sascha Stüber

 Meilenstein bei der Oldenburger Müllabfuhr: Zeit für einen STOFFWECH2EL

Oldenburg. Der Abfallwirtschaftsbetrieb Stadt Oldenburg (AWB) hat seine Fahrzeugflotte um ein neues Abfallsammelfahrzeug erweitert. Das Besondere: Es handelt sich hierbei um das erste von zwei wasserstoffbetriebenen Fahrzeugen, das am Dienstag, 22. August, erstmalig in Eversten einen Teil des Oldenburger Abfalls emissionsfrei abholen wird. Das Fahrzeug der Firma FAUN, ansässig in Osterholz-Scharmbeck, wird mit zwei Brennstoffzellen und vier Wasserstofftanks betrieben. So können gegenüber herkömmlichen Abfallsammelfahrzeugen bis zu 27 Tonnen CO2 pro Jahr eingespart werden.

„Dies ist ein weiterer Meilenstein für nachhaltige Abfallwirtschaft in Oldenburg“, so Oberbürgermeister Jürgen Krogmann bei der Vorstellung des Fahrzeugs am Montag, 21. August, in der Wehdestraße. „Mit dem Einsatz wasserstoffbetriebener Müllsammelfahrzeuge sind wir führend in der Region – und leisten so auch als Stadt einen wichtigen Beitrag, um Impulse für Anbieter von Wasserstoff-Mobilität zu setzen und weitere Infrastrukturen zu schaffen.“ Nach der Einführung von vier Wasserstoffbussen bei der VWG und der Eröffnung der ersten Wasserstofftankstelle an der Cloppenburger Straße sei dies ein richtiges und wichtiges Signal, um Oldenburgs ehrgeiziges Ziel der Klimaneutralität 2035 weiter voranzutreiben.

„Die Anschaffung dieses Fahrzeugs zahlt voll und ganz auf das Ziel ein, das EWE im Konsortium mit Partnern aus Industrie und Politik mit dem Projekt HyWays for Future verfolgt, nämlich Grünen Wasserstoff im Nordwesten – neben der Anwendung in der Industrie – auch für den Mobilitätssektor zu etablieren“, erklärte am Montag bei dem Termin Paul Schneider, der Wasserstoffbotschafter des Oldenburger Energiedienstleisters EWE.

Sind weitere Anschaffungen geplant?

Wasserstoff, soweit er aus erneuerbaren Energien über Elektrolyse erzeugt wird (Grüner Wasserstoff), gilt im Gegensatz zur Elektrobatterie in der Mobilität als klimaneutral. Wenn sich der Einsatz bei der Tourenplanung erfolgreich bewährt, wird der AWB in den nächsten Jahren im Rahmen der Ersatzbeschaffung den Bestand an wasserstoffbetriebenen Müllsammelfahrzeugen sukzessive erhöhen. Die Betankung der AWB-Fahrzeuge mit Wasserstoff erfolgt an der Shell Tankstelle, Cloppenburger Straße 154.

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Was kosten die Wasserstofffahrzeuge?

Die Beschaffung der beiden Wasserstofffahrzeuge für den AWB wird durch den Projektträger Jülich (Projektträger für das Bundesministerium für Verkehr und digitale Infrastruktur) gefördert. Dadurch werden 90 Prozent der Mehrkosten gegenüber eines herkömmlichen Abfallsammelfahrzeugs auf Dieselbasis gedeckt. Insgesamt erhält die Stadt eine Fördersumme des Bundes in Höhe von 1,358 Millionen Euro. Die Anschaffungskosten betragen pro Fahrzeug 1,01 Millionen Euro, ein herkömmliches Abfallsammelfahrzeug kostet um die 300.000 Euro.

Rechnet sich deren Einsatz?

Dass sich Oldenburger Müllabfuhrtouren für den Einsatz eines mit Wasserstoff betriebenen Abfallsammelfahrzeugs eignen, hat der Abfallwirtschaftsbetrieb bereits 2020 festgestellt: Damals wurden bei Testfahrten des Müllfahrzeugherstellers FAUN Messwerte ermittelt, wie ein für Oldenburg geeigneter wasserstoffbetriebener Müllwagen konfiguriert sein müsste, der sich auch wirtschaftlich rechnet. Auf dieser Grundlage und einer detaillierten Kosten-Nutzen-Analyse mittels einer Bachelor-Arbeit wurden dann die Förderanträge beantragt.

Wie erkenne ich die Wasserstofffahrzeuge in der Stadt?

Die Bürgerinnen und Bürger konnten sich bereits im Vorfeld an einer Umfrage beteiligen. „ZEIT FÜR EINEN STOFFWECH2EL“ – mit diesem Slogan wird das erste wasserstoffbetriebene Abfallsammelfahrzeug auf Oldenburgs Straßen künftig unterwegs sein. Dabei beteiligt sich das Amt für Wirtschaftsförderung mit einer Fördersumme von 5.000 Euro an den Werbekosten. Das zweite Wasserstofffahrzeug wird mit dem Slogan „SAUBERER ANTRIEB – SAUBERES OLDENBURG“ versehen, der bei der Online-Abstimmung auf dem zweiten Platz landete.

Quelle Pressemeldung von  Stadt Oldenburg