Klimaerwärmung wird zukünftige Grundwasserstände in Niedersachsen erheblich negativ beeinflussen

Klimaerwärmung wird zukünftige Grundwasserstände in Niedersachsen erheblich negativ beeinflussen

Klimaerwärmung wird zukünftige Grundwasserstände in Niedersachsen erheblich negativ beeinflussen

In den letzten zwanzig Jahren zeigen die Grundwasserstände in Niedersachsen regional deutlich sinkende Tendenzen. Insbesondere seit 2018 haben die Trockenjahre in vielen Gebieten zu den stärksten Absenkungen seit Beginn der Aufzeichnungen geführt. Diese Entwicklung könnte sich auch in Zukunft fortsetzen, selbst ohne menschliche Grundwasserentnahmen, wenn Maßnahmen zum globalen Klimaschutz nicht verstärkt werden. Zu diesen Ergebnissen kam der Niedersächsische Landesbetrieb für Wasserwirtschaft, Küsten- und Naturschutz (NLWKN) in Zusammenarbeit mit Forschungspartnern und anderen Fachbehörden in einer Studie, die im Dezember veröffentlicht wurde. In der siebten Phase des Projekts KliBiW (Globaler Klimawandel – Wasserwirtschaftliche Folgenabschätzung für das Binnenland) wurden verschiedene methodische Ansätze verwendet, um die möglichen Entwicklungen der Grundwasserstände in Niedersachsen bis zum Ende des 21. Jahrhunderts zu untersuchen.

Minister Meyer fasst die Ergebnisse des Forschungsprojekts zusammen: „Wir müssen in Zukunft sehr sorgfältig mit der wertvollen Ressource Wasser umgehen. Um den Auswirkungen des Klimawandels zu begegnen, benötigen wir ein nachhaltiges und abgestimmtes Wassermanagement. Nur so können die Bedürfnisse von Mensch und Natur erfüllt werden.“ Markus Anhalt, Leiter des Bereichs Wasserwirtschaft und Strahlenschutz beim NLWKN in Hildesheim, erklärt: „Unsere Messnetzdaten zeigen bereits seit den 2000er Jahren ein Absinken der Grundwasserstände in vielen Regionen Niedersachsens. Gleichzeitig deuten Beobachtungen und Modellierungen darauf hin, dass das Klima in Niedersachsen wärmer wird und extreme Ereignisse wie Trockenheit, Dürre und Starkregen zunehmen. Dies wird sich auch auf die Grundwasserverhältnisse auswirken“, ergänzt Uwe Petry, Projektkoordinator beim NLWKN.

Der NLWKN hat zusammen mit der Leibniz-Universität Hannover, der Bundesanstalt für Geowissenschaften und Rohstoffe (BGR) und dem Landesamt für Bergbau, Energie und Geologie (LBEG) auf Basis von Klimaprojektionen einen Blick in die mögliche Zukunft des Grundwassers in Niedersachsen geworfen. Die bisherigen Phasen des Projekts KliBiW, das 2008 begann, konzentrierten sich auf die möglichen Veränderungen der Hochwasser- und Niedrigwasserverhältnisse in Niedersachsen. Das Gesamtprojekt wird vom Niedersächsischen Ministerium für Umwelt, Energie und Klimaschutz finanziert.

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Die aktuellen Ergebnisse zeigen, dass es in Niedersachsen regional zu längeren Phasen mit niedrigen Grundwasserständen im Sommer und Herbst sowie teilweise höheren Ständen im Winter und Frühjahr kommen kann. Dies birgt das Risiko mehrjähriger Zeiträume mit solchen Verhältnissen, wie sie seit 2018 als Trockenphase erlebt werden. Petry bet

ont: „Diese Veränderungen werden allein durch die zukünftigen klimatischen Verhältnisse verursacht. Menschliche Einflüsse auf die Grundwasserstände, wie erhöhte Wasserentnahmen für Trinkwasserversorgung oder landwirtschaftliche Beregnung, können diese Veränderungen noch verstärken. Diese Effekte wurden in unseren Modellierungen noch nicht berücksichtigt.“ Größere Veränderungen sind vor allem am Ende des Jahrhunderts zu erwarten, aber regional treten sie teilweise schon in der näheren Zukunft auf.

Die Ergebnisse des Projekts liefern wichtige Erkenntnisse zu den Auswirkungen des Klimawandels auf die Grundwasserstände in Niedersachsen, die in Strategien und Maßnahmen zum Wassermanagement einbezogen werden müssen. Es bleiben jedoch weitere Fragen offen, wie etwa die Auswirkungen von häufigeren Starkregen auf das Grundwasser, der verstärkende Effekt menschlicher Einflüsse und die Beeinflussung der Niedrigwasserabflüsse in Fließgewässern durch veränderte Grundwasserstände. Zur Beantwortung dieser und weiterer Fragen ist eine Fortsetzung des Projekts KliBiW geplant.