„Für immer unter 30“: Deutsche Umwelthilfe startet große Mitmach-Aktionen für Tempo 30 innerorts und fordert Menschen auf, selbst Schilder aufzustellen

Berlin (ots)

  • Weltgesundheitsorganisation fordert 30 km/h flächendeckend in allen Kommunen, hunderte Städte in Europa zeigen schon, was es bringt: Weniger Unfälle, weniger Tote, weniger Lärm, dafür mehr Lebensqualität und Saubere Luft
  • DUH ruft alle Menschen auf, freiwillige Tempo-30-Schilder aufzustellen – und zeigt, was dabei zu beachten ist
  • Außerdem wurden bereits Tempo-30-Anträge in 335 Kommunen gestellt – Menschen können mit eigenen Anträgen nachlegen, weitere Mitmach-Aktionen werden folgen
  • Prominenter Botschafter Friedrich Liechtenstein: „Wir sorgen dafür, dass der Verkehr sauberer, sicherer und leiser wird und gleichmäßig fließt – und dem ungestörten Flanieren keine Blechlawinen mehr im Weg stehen!“

Unter dem Motto „Für immer unter 30“ startet die Deutsche Umwelthilfe (DUH) ab heute eine Reihe großangelegter Mitmach-Aktionen für mehr Tempo 30 innerorts. Das Ziel: Den Druck auf Verwaltungen und Regierungen erhöhen und gleichzeitig Bürgerinnen und Bürgern Möglichkeiten aufzeigen, selbst aktiv zu werden – für weniger Lärm, Saubere Luft, ein angenehmeres Miteinander und vor allem weniger Unfälle, weniger Tote und Verletzte im Straßenverkehr. Dass das mit Tempo 30 einfach und schnell möglich ist, beweisen europaweit bereits hunderte Städte, darunter Paris, Barcelona und Brüssel. Prominenter Botschafter für die Aktion ist in Videos und Online-Beiträgen Entertainer und Schauspieler Friedrich Liechtenstein.

Jürgen Resch, Bundesgeschäftsführer der DUH: „Lebenswerte, gesunde und sichere Städte bekommen wir nur mit Tempo 30. Das bestätigt sogar die Weltgesundheitsorganisation. Und unsere Nachbarländer setzen es bereits um – mit Erfolg: Beispielsweise in Brüssel hat sich die Zahl der Verkehrstoten mehr als halbiert! Gleichzeitig nimmt die Anzahl der Radfahrenden zu und der Lärm ab – und zwar so sehr, wie es sonst nur durch eine Halbierung des Kfz-Aufkommens erreichbar wäre. Darauf dürfen wir nicht weitere Jahre warten, bis irgendein Bundesverkehrsminister mal Politik für die Menschen macht und nicht für Autokonzerne. Deswegen haben wir seit vergangener Woche bereits formale Anträge an 335 Städte gestellt. Und jetzt rufen wir die Menschen auf, die Sache selbst in die Hand zu nehmen! Machen Sie mit, stellen Sie Schilder auf, achten Sie auf unsere weiteren Aktionen und werden Sie Teil der Bewegung. Denn mit ‚Für immer unter 30‘ holen Sie sich Ihre Straßen zurück!“

Siehe auch  Anregungen aus Oldenburg für die Arbeit in Berlin

Dazu fordert die DUH Bürgerinnen und Bürger auf, unübersehbar Farbe für Tempo 30 zu bekennen – und zwar mit einem entsprechenden Schild etwa an der eigenen Haustür, im Vorgarten oder am Gartenzaun. Beispielhaft dafür hat der Umwelt- und Verbraucherschutzverband zwei Schilder entworfen, die direkt nach Hause bestellt werden können: Eines im farbenfrohen „Für immer <30“-Stil und ein klassischeres „Freiwillig Tempo 30“-Schild. Alternativ ermuntert die DUH Bürgerinnen und Bürger, selbst kreativ zu werden und eigene Schilder zu gestalten. Rechtliche Hinweise dafür sowie zum Aufstellen der Schilder hat die DUH in einem Rechtsgutachten zusammengestellt. Interessierte erfahren alles dazu unter www.duh.de/schild-bestellen.

Dr. Silvia Ernst, Rechtsanwältin: „Unsere Rechtsgutachten zeigen zweifelsfrei: Wo ein Wille für mehr Tempo 30 ist, da ist auch ein Weg. Das gilt für Kommunen ebenso wie für Bürgerinnen und Bürger. Kommunen können demnach insbesondere für den Lärmschutz weitreichend Tempo 30 anordnen – sie machen davon nur viel zu wenig Gebrauch. Aber Bürgerinnen und Bürger müssen das keineswegs hinnehmen! Das Aufstellen eigener Tempo 30-Schilder, wie von uns vorgeschlagen, ist unter Beachtung der rechtlichen Hinweise eine einfache Möglichkeit, selbst aktiv zu werden.“

Das Schilder-Aufstellen ist nur eine von mehreren Aktionen der Mitmach-Initiative, die die DUH für die kommenden Wochen plant, um die Vorteile von Tempo 30 weiter zu verbreiten. Multimedial begleitet werden diese von Entertainer und Schauspieler Friedrich Liechtenstein, der als passionierter Flaneur bereits seit Jahren für das Zu-Fuß-gehen und ein entspanntes Miteinander auf der Straße wirbt. Im heute veröffentlichten Auftaktvideo zeigt er auf seine unverkennbare Weise, wie die Menschen sich die Straße zurückerobern können – als Laufsteg, Tanzfläche und gemeinsamen Lebensraum.

Siehe auch  Hubschrauber-Befliegungen zwischen Hamme und Weser: LBEG erkundet Grundwasser aus luftiger Höhe

Dazu Friedrich Liechtenstein: „Lebensfreude, Leichtigkeit, die Dinge auch mal locker angehen lassen: Unter 30 ist ein Lebensgefühl. Einfach mal tief durchatmen. Kinder, die gefahrlos draußen spielen und Seniorinnen und Senioren, die sicher die Straße überqueren. Mit Tempo 30 machen wir das möglich! Wir sorgen dafür, dass der Verkehr sauberer, sicherer und leiser wird und gleichmäßig fließt – und dem ungestörten Flanieren keine Blechlawinen mehr im Weg stehen!“

Bereits vergangene Woche hatte die DUH den Druck auf die Städte und Gemeinden erhöht und ein Rechtsgutachten veröffentlicht, das aufzeigt, dass Kommunen etliche Möglichkeiten haben, deutlich mehr Tempo 30 als bislang umzusetzen. Gleichzeitig stellte die DUH Anträge und rief Bürgerinnen und Bürger auf, dies auch in ihren Städten zu machen unter www.duh.de/tempo30-jetzt. Inzwischen wurden bereits in 335 Kommunen Anträge gestellt.

Links:

 

Quelle: Pressemitteilung von Deutsche Umwelthilfe e.V.