Dicke Luft? Nicht am Heiligengeistwall!

Dicke Luft? Nicht am Heiligengeistwall!

Dicke Luft? Nicht am Heiligengeistwall!

Oldenburg. Oldenburg atmet weiter durch: Auch 2022 wurden am Heiligengeistwall die Grenzwerte bei der Belastung mit Stickstoffdioxid und Feinstaub deutlich unterschritten – und das bereits das vierte Jahr in Folge. Das ergab die Auswertung der Daten der vom Land Niedersachsen betriebenen Messstelle am Heiligengeistwall, die das Amt für Umweltschutz und Bauordnung vorgenommen hat und die im Ausschuss für Stadtgrün, Umwelt und Klima am 9. Februar vorgestellt wurden. Der aus allen Tagesmittelwerten ermittelte Jahresdurchschnittswert für Stickstoffdioxid (NO2) lag 2022 bei 31,3 Mikrogramm pro Kubikmeter Luft (µg/m³) – und somit deutlich unter dem EU-Grenzwert von 40 µg/m³. Zum Vergleich: 2021 betrug der Wert 29,8, im Jahr 2020 lag er mit 28,1 bisher am niedrigsten. Bis 2018 wurden am Heiligengeistwall noch Überschreitungen festgestellt, die unter anderem dazu führten, dass sich die Stadt mit einem angedrohten Dieselfahrverbot auseinanderzusetzen hatte.

Wo liegen die Gründe für die besseren Werte?

„Gegenüber den beiden Corona-Jahren 2020 und 2021 mit Einschränkungen und Lockdown-Phasen liegt der Jahresdurchschnittswert für 2022 zwar insgesamt etwas höher, aber immer noch deutlich unter den Vor-Corona-Jahren. Unsere Maßnahmen zur Reduzierung der Luftschadstoffbelastung greifen nachhaltig“, freut sich Robert Sprenger, Amtsleiter für Umweltschutz und Bauordnung über die Entwicklung der Luftqualität in der Innenstadt.

Als weiteren Indikator für den positiven Trend sieht Sprenger die nach wie vor steigenden Zulassungszahlen für Elektro- und Hybrid-Fahrzeuge: „Allein die Zahl der zugelassenen Elektro-Fahrzeuge in Oldenburg hat sich innerhalb eines Jahres von 1.357 auf 2.610 Fahrzeuge fast verdoppelt. Dieser Effekt wirkt sich natürlich auch positiv auf die Messwerte aus.“ Positiven Einfluss haben auch die Modernisierung der Busflotte der VWG und die Optimierung der Ampelsteuerung, die den Verkehrsablauf im Bereich Heiligengeistwall verbessert hat.

Siehe auch  Endspurt beim STADTRADELN

Gab es Überschreitungen der festgelegten Grenzwerte?

Auch der sogenannte Kurzzeitgrenzwert für Stickstoffdioxid wurde 2022 eingehalten: Dieser Stundengrenzwert beträgt 200 µg/m³, wobei 18 Überschreitungen im Kalenderjahr zulässig sind. Am Heiligengeistwall betrug im letzten Jahr der höchste Stundenmittelwert 112 µg/m³.

Für Feinstaub lag der Jahresmittelwert 2022 bei 17,7 µg/m³ (2021: 16 µg/m³) und damit ebenfalls deutlich unter dem festgelegten Grenzwert in Höhe von 40 µg/m³. Bei den Tagesmittelwerten wurden im vergangenen Jahr lediglich vier Überschreitungstage mit einem Wert über 50 µg/m³ registriert – gesetzlich zulässig sind maximal 35 Überschreitungstage pro Kalenderjahr.

Wie hoch war das Verkehrsaufkommen?

An derselben Stelle am Heiligengeistwall erfasst die Stadt Oldenburg seit einigen Jahren die vorbeirauschende Verkehrsmenge. Die Daten zeigen: Der auf dem Heiligengeistwall gezählte Kraftfahrzeugverkehr hat sich im Vergleich zu den Jahren, in denen die Stadt den Grenzwert überschritten hatte, vermindert: 2017 passierten täglich noch rund 11.300 Kraftfahrzeuge die Messstelle, im Jahr 2019 waren es etwa 10.500 Stück. 2020 lag der Durchschnitt nur noch bei rund 8.700 Fahrzeugen pro Tag und 2021 wuchs er auf rund 9.000 Fahrzeuge an. Und 2022? Da stieg der Wert auf durchschnittlich knapp 9.300 Kraftfahrzeuge pro Tag an.

Quelle Pressemeldung von  Stadt Oldenburg