Zeit für die Seehundzählung – Flugzeuge starten wieder

Großes Seehundsterben vor 20 Jahren – Bestand reduzierte sich dramatisch, nur 3.500 Tiere überlebten

Die ersten jungen Seehunde sind schon auf den Sandbänken zu entdecken. Neugierig beobachten sie alles um sich herum. Zeit für den Start der diesjährigen Seehundzählflüge: Los geht es am Mittwoch, 8. Juni 2022. Das Niedersächsische Landesamt für Verbraucherschutz und

Lebensmittelsicherheit (LAVES) hat fünf Termine mit insgesamt 15 Flügen vor der niedersächsischen Küste organisiert.

Die Termine: 8. Juni, 20. Juni, 23. Juni und 4. August. Der letzte Flug ist für Donnerstag, 18. August, geplant. Die Seehundzählungen finden im Rahmen des internationalen Seehundschutzabkommens zeitgleich in Niedersachsen, Schleswig-Holstein, Dänemark und den Niederlanden statt.

Das niedersächsische Küstengebiet wird in drei etwa gleich große Zählabschnitte unterteilt. Drei Kleinflugzeuge starten gleichzeitig; jedes übernimmt einen Abschnitt. Es geht bei Niedrigwasser ab Emden, Mariensiel und Nordholz los. Eine gute Zeit für die Zählung, denn bei Niedrigwasser sammeln sich viele Seehunde auf den Sandbänken. Sie kümmern sich um ihren Nachwuchs, sonnen sich und wechseln ihr Fell. Auch in diesem Jahr haben sich niedersächsische Jäger bereit erklärt, Zählungen ehrenamtlich zu übernehmen. Eine Aufgabe, die die erfahrenen Zähler teilweise bereits seit Jahrzehnten ausüben. Begleitet werden sie von Wissenschaftlern des LAVES, die sich erste Eindrücke über den aktuellen Gesundheitszustand der Meeresbewohner verschaffen.

Seehundebestand hat sich stabilisiert

Der Seehundbestand hat sich in den vergangenen Jahren auf hohem Niveau stabilisiert: 10.277 Seehunde wurden 2021 erfasst, 2020 waren es 10.382 und 2019 insgesamt 9.836 Tiere. Und der Nachwuchs: 2.621 Jungtiere wurden jeweils in 2021 und 2020 gezählt, 2019 waren es 2.711.

Siehe auch  Museum in Bremen - Universum; Hafenmuseum; Überseemuseum u.v.m.

Rückblick: Im Sommer 2002 reduzierte sich der Seehundbestand dramatisch. Die Seehunde wurden Opfer der Seehundstaupe, eine Viruserkrankung. 3.851 Seehunde wurden an der niedersächsischen Küste tot aufgefunden, nur knapp 3.500 Tiere überlebten. Nach diesem Seuchenzug hat sich der Bestand kontinuierlich erholt und stabilisiert. Im Winter 2014 konnte das Grippevirus (H10N7) dem Bestand nicht ernsthaft etwas anhaben. In Niedersachsen verendeten etwa 320 Seehunde bei einem Bestand von 9.343 Tieren.

Weitere Informationen gibt es in folgenden Artikeln:

Statistik der Seehundpopulation von 1958 bis 2021

Ergebnisse der Zählflüge aus dem Jahr 2021

 

Quelle: Pressemitteilung des Nds. Landesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit