Till Eulenspiegel für Kinder erklärt

Till Eulenspiegel für Kinder erklärt

Till Eulenspiegel für Kinder erklärt

Kann Till Eulenspiegel auch Kinder von heute noch begeistern?

Till Eulenspiegel war ein Narr, der in Deutschland lebte. Offenbar wurde er um 1300 geboren. So genau, weiß das heute niemand mehr. Der Held aus vergangenen Tagen reiste durch zahlreiche Länder, nahm kurzfristig unterschiedliche Berufe an, und war vor allem durch seine vielen Streiche bekannt. Aber nicht immer waren diese Streiche wirklich lustig. Vor allem für die Betroffenen gingen die Streiche immer wieder unter die Haut, Grenzen wurden überschritten.

Das Leben von Till Eulenspiegel

Till Eulenspiegel war schon seit seiner Taufe ein besonderer Mensch. Denn anders als bei anderen Kindern gab es bei ihm gleich drei Taufen an einem Tag. Die erste Taufe fand in der Kirche statt. Da die Gesellschaft zu tief ins Glas schaute, und auch seine Taufpatin mit Alkohol Bekanntschaft machte, fiel diese mit dem Täufling im Arm in den Bach. Das Ergebnis war nicht nur eine zweite Taufe, sondern auch ein schmutziges Kind. Und dieses musste Zuhause bei der dritten Taufe vom Schlamm befreit werden.

Der kleine Junge machte sich schon in frühen Jahren in seinem Dorf einen Namen, war für seine Streiche bekannt. Es wird angenommen, dass er deswegen so gerne auf Reisen ging, nie lange in einer Stadt verweilte. Denn die Streiche waren anfänglich mit Sicherheit lustig, forderten die Bewohner allerdings sehr. Vor allem jene Mitmenschen, denen er mit seinen Streichen gezielt einen Spiegel vorhielt, kamen an ihre Grenzen.

Regelmäßiger Arbeit wollte er nicht nachkommen. Und so arbeitete er zwar hin und wieder, verdiente sich sein Geld allerdings in erster Linie mit dem Streich an seinen Mitmenschen. Er hielt andere für sehr dumm, und legte jedes gesagte Wort auf die Waagschale. Er führte genau das aus, was ihm gesagt wurde. Und da redeten sich seine Opfer schon mal um Kopf und Kragen.

Am Ende zog es den Reisenden zu einem festen Wohnsitz. Er verbrachte seinen Lebensabend in Mölln, dürfte rund 50 Jahre alt geworden sein Mölln ist auch als Tilleulenspiegelstadt bekannt. Hier kann alles recherchiert werden, was mit Till Eulenspiegel zu tun hat.

Die Geschichten und Streiche von Till Eulenspiegel

Das Buch über den Narren mit der Kopfbedeckung wurde bereits Anfang des 16. Jahrhunderts geschrieben. Wer die Geschichten niederschrieb, ist nicht bekannt. Hierzu gibt es einige Vermutungen. Die zahlreichen Streiche und Geschichten wurden schriftlich festgehalten. Insgesamt zeigte Till Eulenspiegel in mehr als 90 Geschichten sein Meisterwerk Menschen zu täuschen. Da seine Geschichten und Streiche schon bald in zahlreiche Sprachen übersetzt wurden, kannte beinahe die ganze Welt den narrenhaften Helden. Die Geschichte 42 fehlt gänzlich. Es ist nicht klar, ob es mehr Geschichten gab, die allerdings nicht niedergeschrieben wurden.

Wie kann der Bogen von einst auf heute gespannt werden?

Till Eulenspiegel spielte gekonnt mit anderen Menschen. Er zeigte sich immer wieder naiv und nahm seine Mitmenschen beim Wort. Dabei verdrehte er schon gerne mal die Wahrheit. Mit seinen Tricks und Betrügereien verdiente er sein Geld, besetzte seine Opfer aber auch mit Spot.

Doch auch heute machen die Geschichten von Till Eulenspiegel immer noch Sinn, wenn man hinter die Kulissen blickt. Es geht nicht nur darum, dass der Held der Geschichte nicht immer nur Gutes im Sinn hatte. Er zeigte vor allem Kontroversen zwischen arm und reich, zwischen Arbeitern und ihren Arbeitgebern auf.

Wären die Geschichten des narrenhaften Heldens heute noch so populär wie einst, würde man sie immer noch verstehen. Vor allem bestechliche und unzufriedene Menschen standen auf der Opferliste dieses Narrens ganz weit oben. Ohne Erbarmen versuchte er Adel, gottestreue Menschen und die sogenannte „bessere“ Gesellschaft zu entlarven. Er kämpfte vor allem gegen den Egoismus seiner Mitmenschen, er wollte Gier und Geiz aufzeigen. Und in der heutigen Zeit hätte er mit Sicherheit das eine oder andere Opfer für einen neuen Streich gefunden, um den Spiegel vorzuhalten.

Fazit

Till Eulenspiegels Geschichten waren lange Zeit bei Kindern sehr beliebt. Leider verschwanden seine Streiche immer mehr von der Bildfläche. Und das, obwohl die Moral seiner Geschichten auch heute noch Brisanz hätte, und die Kinder aus heutiger Zeit seine Streiche und Geschichten auf jeden Fall verstehen würden.

Quellenangabe:  Till-eulenspiegel.de