Premiere Schauspiel: Schöne Bescherungen

Premiere Schauspiel: Schöne Bescherungen

Premiere Schauspiel: Schöne Bescherungen

In den Kaufhäusern stehen schon die Lebkuchen und im Theater Bremen schmücken sie auch schon den Tannenbaum: zumindest auf der Probebühne für die neue Alize Zandwijk-Inszenierung: Alan Ayckbourns dunkle Komödie „Schöne Bescherungen“ spielt an Weihnachten, wo die Familie zusammen kommt und mit ihr die Probleme, die das ganze Jahr über nicht angesprochen wurden. Warum Beziehungen manchmal so schwer sind, wo die Liebe plötzlich durchscheint und warum das Leben oft eine eigene, hintergründige Komik hat, zeigt dieser Abend rund um Familie Bunker, und alle, die sie zu sich eingeladen haben.

Jede:r versucht natürlich sich am Fest der Liebe von der besten Seite zu zeigen. Das Problem ist nur: eigentlich gelingt es keinem … zwischen Geschwisterrivalität, Ehestreitigkeiten und großem Familienkrach gerät sogar der Weihnachtsmann in Gefahr.

„Es ist sehr berührend zu sehen, wie sehr die einzelnen Personen damit ringen, zu sagen, was sie brauchen oder fühlen und immer wieder daran scheitern“, sagt Theresa Schlesinger, die „Schöne Bescherungen“ als Dramaturgin begleitet: „Das führt sehr häufig zu sehr lustigen und absurden Szenen, aber manchmal bleibt einem dabei auch das Lachen im Hals stecken, weil sie (mir) so bekannt vor kommen.“

Alize Zandwijk wurde 1961 in Hellendoorn in den Niederlanden geboren und studierte Regie an der Theaterakademie in Kampen. Zunächst wirkte sie in kleinen Theatergruppen in der Off-Szene mit und errang in den späten 1980ern überregionale Aufmerksamkeit mit einer Reihe von Jugendtheater-Inszenierungen für die Toneelgroep Amsterdam. 1997 erhielt Zandwijk den Proscenium-Preis des VSCD (Verband der Theater- und Konzertsaaldirektoren in Amsterdam). 1998 bildete sie mit Guy Cassiers die künstlerische Leitung des Rotterdamer Ro-Theater, für ihre gemeinsame Arbeit erhielten sie 2002 den Albert-van-Dalsum-Award. Zandwijks Inszenierungen am Ro Theater gastierten u. a. bei den Wiener Festwochen, dem Edinburgh Festival, den Theaterformen in Hannover, dem Holland Festival TF-1 sowie den Autorentheatertagen Hamburg. 2006 wurde sie Künstlerische Direktorin des Ro Theater. Als Theaterdirektorin stärkte sie das Haus in der Stadt Rotterdam, suchte internationale Kooperationen, arbeitete mit jungen Regisseur:innen und an der Weiterentwicklung eines Ensembletheaters. 2016 verabschiedete sich Alize Zandwijk nach 18 Jahren als Direktorin und künstlerische Leiterin vom Ro Theater. Bereits seit 2003 inszeniert sie regelmäßig in Deutschland, u. a. am Thalia Theater Hamburg und am Deutschen Theater Berlin. Am Theater Bremen gab sie in der Spielzeit 2012/13 ihr Debüt mit Dea Lohers „Das Leben auf der Praça Roosevelt“. Seit der Spielzeit 2016/17 ist sie leitende Regisseurin im Schauspiel am Theater Bremen. Sie inszenierte u. a. Hauptmanns „Die Ratten“, Brechts „Der gute Mensch von Sezuan“, den spartenübergreifenden Tanzabend „Golden Heart“ und „Amour“, Tom Lanoyes „Gas – Plädoyer einer verurteilten Mutter“, „Mütter – Geschichten von Bremer Frauen aus aller Welt“ sowie Wajdi Mouawads „Vögel“ und zuletzt „Die heilige Johanna der Schlachthöfe“. Die Bremer Theaterfreunde verliehen ihr für ihre Arbeiten den Kurt-Hübner-Preis 2020.

Siehe auch  Bremer Studienpreis 2021 für herausragende Abschlussarbeiten

Premiere am Sonntag, 1. Oktober um 18 Uhr im Theater am Goetheplatz.

 

Regie:                                                            Alize Zandwijk

Bühne:                                                           Thomas Rupert

Kostüme:                                                       Anne Sophie Domenz

Musik:                                                           Beppe Costa

Licht:                                                             Mark Van Denesse

Dramaturgie:                                                Theresa Schlesinger

 

Mit:                                                                Martin Baum, Christian Freund, Judith Goldberg, Luka Kluskens, Ferdinand Lehmann, Siegfried W. Maschek, Susanne Schrader, Fania Sorel, Alexander Swoboda

Pressemeldung von  Theater Bremen