Zwischen Fußballträumen und digitalen Services

Zwischen Fußballträumen und digitalen Services
Oberbürgermeister Jürgen Krogmann stand den Bürgervereinen im Jahresgespräch wieder Rede und Antwort. Foto: Sascha Stüber

Zwischen Fußballträumen und digitalen Services

Oldenburg. Vom Neubau eines Fußballstadions über die Wartezeiten bei der Vergabe von Terminen in den Bürgerbüros bis hin zum Fischsterben in Oldenburger Gewässern: Von aktuellen Themen geprägt war der Fragenkatalog, den die Arbeitsgemeinschaft Stadtoldenburger Bürgervereine (ASTOB) für das Jahresgespräch mit Oberbürgermeister Jürgen Krogmann vorbereitet hatte. Krogmann hatte dazu zum mittlerweile siebten Mal eingeladen. Er stand … Vertreterinnen und Vertretern von …. Vereinen am Mittwochabend in konstruktiver Atmosphäre rund zwei Stunden lang Rede und Antwort.

Hier einige Themen im Überblick:

•    Fußballstadion
Nach dem geglückten Drittliga-Aufstieg der Kicker des VfB Oldenburg ist das Thema Stadion in aller Munde. Zur Frage nach dem aktuellen Stand und den Perspektiven antwortete Krogmann, dass mit Hochdruck daran gearbeitet werde, dass möglichst viele Spiele in Oldenburg stattfinden können. Um dem Deutschen Fußball-Bund eine Vorlage für die Lizenzerteilung zu geben, habe der Rat mit deutlicher Mehrheit am 30. Mai für die Aufstellung eines Bebauungsplanes zum Neubau eines drittligatauglichen Fußballstadions an der Maastrichter Straße votiert. Die Eignung dieses Standortes habe eine 2017 vorgestellte Machbarkeitsstudie nachgewiesen, die derzeit überarbeitet werde, um faktenbasiert über einen Stadion-Neubau zu diskutieren, betonte der Oberbürgermeister.

Das Marschwegstadion hat hingegen für Krogmann keine Perspektive, die über eine vorübergehende Ertüchtigung mit den notwendigsten Mitteln hinausgehen würde. Und zwar aus diesen Gründen: „Im Marschwegstadion ist selbst Regionalliga-Fußball nur mit Ausnahmegenehmigung möglich ist, wegen des Immissionsschutzes kann kein Anpfiff nach 18.30 Uhr erfolgen, und es besteht erheblicher Sanierungsstau.“

•    Fischsterben
Für Schlagzeilen sorgte unlängst ein Fischsterben in Oldenburger Gewässern. „Was plant die Stadt, gegen ein erneutes Fischsterben zu tun?“, wollten die Bürgervereine wissen. Krogmann berichtete, dass die Stadt Oldenburg Partner eines Projekts zur Revitalisierung der Gewässer Wahnbäke, Geestrandgraben und Wulfsgraft ist. Der Bornhoster Fischereiverein sowie der Angelfischerverband im Landesfischereiverband Weser-Ems sind dabei, eine Projektskizze zu erstellen, um Fördermittel für die Umsetzung von Maßnahmen einwerben zu können. Die Revitalisierung soll dazu beitragen, strukturreichen Lebensraum im und am Gewässer zu schaffen und die Selbstreinigung des Wassers durch die biologische Aktivität zu stärken. Zudem seien Pufferstreifen entlang der Gewässer nötig, um den Eintrag von Dünger und Pestiziden zu verringern und die Wasserqualität zu verbessern.

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Eine mechanische Sauerstoffanreicherung sei nur begrenzt möglich, so der Oberbürgermeister. Die Stadt habe vor etwa 15 Jahren zwei sogenannte Sauerstoffpilze angeschafft. „Wir haben in Absprache mit der Feuerwehr den in Oldenburg aktiven Fischereivereinen angeboten, sich diese Sauerstoffpilze bei Bedarf auszuleihen. Sinnvoll können diese Geräte in kleinflächigen Gewässern eingesetzt werden.“ Krogmann berichtete außerdem, dass die Haaren-Wasseracht auf Höhe der Cäcilienschule ein Sauerstoff-Messgerät installiert habe. Sinken die Werte bedrohlich, wird das Stauwehr am Stau geöffnet und über die Tide ein Wasseraustausch herbeigeführt. Diese Maßnahme sei zwar wirksam, könne aber nach Einschätzung des Amtes für Umweltschutz und Bauordnung einer bedrohlichen Sauerstoffzehrung bei Starkregen nach einer längeren niederschlagslosen Zeit nicht wirklich abhelfen. Im jüngsten Fall am Umleiter Großer Bornhorster See/Wahnbäke liege der Verdacht nahe, dass eine Gewässerverschmutzung durch Gülle und Dünger das Fischsterben mitverursacht habe. Es seien Wasserproben von der Polizei genommen worden. Ergebnisse seien der Stadtverwaltung noch nicht bekannt. Der Bornhoster Fischereiverein habe Strafanzeige gegen Unbekannt erstattet.

•    Bürgerbüro-Terminvergabe
Auch die Wartezeiten bei der Vergabe von Terminen in den Bürgerbüros waren ein Thema, das den Bürgervereinen unter den Nägeln brannte. Der Oberbürgermeister verwies darauf, dass die Wartezeiten seit April stärker angewachsen seien. „Es hat hohe zusätzliche Fallzahlen bei den Ausweisdokumenten, bedingt durch die Oster-Ferien kombiniert mit einem Wegfall der Corona-Beschränkungen, und bei den Anmeldungen durch Zuzüge von aus der Ukraine geflüchteten Menschen gegeben“, warb Krogmann um Verständnis. Allerdings hatte er auch eine gute Nachricht parat: Zur Linderung des Termindrucks habe das Bürgerbüro Mitte die Kapazitäten von durchschnittlich 1.671 Termine wöchentlich auf 1.815 Termine (+ 144 Termine) erhöht, unter anderem durch eine Erweiterung der Öffnungszeiten. Darüber hinaus wurden zusätzliche Kurzfrist-Termine für dringende Kfz-Angelegenheiten im Bürgerbüro Nord ermöglicht.

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•    Digitalisierung
Frank Hinrichs, Leiter des Büros des Oberbürgermeisters, nutzte die Gelegenheit, um den Bürgervereinen einen Überblick über den konsequenten Ausbau der Online-Services der Stadtverwaltung zu geben. Bis Ende 2022 sollen alle Verwaltungsleistungen auch digital bereitgestellt werden. Im dritten Quartal dieses Jahres werde ein neues Service-Portal online gehen.

Auch wenn am Mittwochabend längst nicht alle Punkte – knapp über 30 hatten die Bürgervereine diesmal eingereicht – im Detail besprochen werden konnten, soll keine Frage offenbleiben. Oberbürgermeister Jürgen Krogmann dankte dem ASTOB-Vorsitzenden Harald Götting sowie den Vertreterinnen und Vertretern der Bürgervereine für die zahlreichen Anregungen und sagte zu, die Antworten schriftlich nachzureichen.

Quelle Pressemeldung von  Stadt Oldenburg