Energiewendeprojekte in Wilhelmshaven

Energiewendeprojekte in Wilhelmshaven

Energiewendeprojekte in Wilhelmshaven

Am heutigen Dienstagabend hat eine Informationsveranstaltung zu den Energiewendeprojekten in Wilhelmshaven stattgefunden. Eingeladen zu der öffentlichen Veranstaltung hatte das niedersächsische Ministerium für Umwelt, Energie, Bauen und Klimaschutz. Vor Ort informierten gemeinsam mit Olaf Lies, Niedersächsischer Minister für Umwelt, Energie, Bauen und Klimaschutz, Vertreterinnen und Vertreter der Vorhabenträger, darunter Uniper, Tree Energy Solutions und NWO, über die Pläne für Wilhelmshaven für den Bau der Infrastruktur, die in einem ersten Schritt für den Import von flüssigem Erdgas genutzt und damit maßgeblich zur Versorgungssicherheit Deutschland in den kommenden Jahren beitragen wird. Diese Projekte sind dann in dem zweiten, nächsten Schritt die notwendige Basis für den Import sauberer, klimaneutraler Gase.

Dazu Minister Olaf Lies vor der Veranstaltung: „Wir brauchen diese Infrastruktur zum einen jetzt kurzfristig, damit unsere Energieversorgung in den kommenden Jahren sicher bleibt. Da geht es darum, dass Wohnungen warm und wertvolle Arbeitsplätze in Industrie und Gewerbe erhalten bleiben – und das zu bezahlbaren Preisen. Und wir brauchen diese Infrastruktur mittel- und langfristig für unsere Energiewende. Und da ist die Geschwindigkeit, mit der wir jetzt vorgehen können eine große Chance.” Lies betonte, dass alle Vorhaben in Wilhelmshaven dazu geneignet sind, auch klimaneutrale Gase zu importieren: „Ob grünes Methan oder klimaneutraler Wasserstoff – der Erfolg unserer Energiewende steht und fällt mit den Importkapazitäten für grüne Gase. Was wir also heute mit großer Geschwindigkeit bauen ist unser Sprungbrett hinein in eine saubere, freie und unabhängige Energieversorgung.”

Ein Fokus lag dabei im Vorfeld der Veranstaltung auf den laufenden Genehmigungsverfahren für das erste deutsche LNG-Terminal, das von dem Unternehmen Uniper betrieben werden soll. Hier hatte es zuvor Kritik vor allem von Verbänden hinsichtlich der Einleitung von mit Chlor behandeltem Abwasser gegeben. Lies äußerte dafür grundsätzliches Verständnis: „Das ist sehr nachvollziehbar, dass es hier ein Unbehagen gibt, denn wir müssen hier mit größtmöglicher Geschwindigkeit planen und genehmigen. Das ist sicherlich ungewohnt, angesichts der Geschwindigkeit, mit der wir bisher in Deutschland Infrastrukturprojekte angehen.” Gleichzeitig gehe man den Weg mit größtmöglicher Transparenz. Genehmigungen würden nur nach sorgfältiger Prüfung und im Wissen um die besondere Sensibilität des wertvollen Naturraums getroffen. Lies: „Auch, wenn wir mit großer Geschwindigkeit vorgehen, achten die Genehmigungsbehörden strengstens auf die Einhaltung unserer hohen deutschen Umweltstandards – insbesondere, da wir hier in einem besonders wertvollen Naturraum arbeiten.”

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Grenzwerte müssen an allen Auslässen eingehalten werden – engmaschige Kontrollen durch die Behörden

Lies verwies dabei auch noch einmal auf bereits veröffentlichte Äußerungen im Rahmen des Genehmigungsprozesses: „Im Rahmen der Anträge sind detaillierte Gutachten, Modellierungen und wissenschaftliche Auseinandersetzungen über die Strömungsverhältnisse in der Jade und deren Auswirkungen auf die Konzentration von Chlor im Wasser angefertigt worden”, so Lies. Die hohe Abbaurate der Chlorrückstände innerhalb des Rohrleitungssystems selbst führt dazu, dass die Summe der Konzentrationen an Chlor im in der Jade zugeführten Meerwasser bei kontinuierlichen Betrieb der Elektrochlorierung max. 0,2 mg Cl2/l im Einklang mit DIN EN 20257-2 betragen. Dieser Grenzwert muss an jedem Auslass der FSRU eingehalten werden und unterliegt bei Betrieb der FSRU einer kontinuierlichen und engen behördlichen Kontrolle.

Das Antifouling-Mittel (Chlor) wird durch Elektrolyse des Meerwassers erzeugt. Dabei wird ein geringer Teilvolumenstrom des durch die Einlässe eintretenden Seewassers aus der Sammelleitung einer auf der FSRU verbauten Elektrolyseanlage zugeführt. Das im Meerwasser enthaltene Natriumchlorid (NaCl) – bzw. „Salz” – wird unter Zuführung von elektrischer Energie dort zu aktivem Chlor (Cl2) in Form von Natriumhypochlorit gewandelt. Diese Chlorproduktion aus Meerwasser nennt sich Elektrochlorierung und entspricht dem Stand der Technik.

Lies betonte: „Die Expertinnen und Experten des NLWKN und des Gewerbeaufsichtsamtes gehen hier im Wissen um die Sensibilität des Naturraums mit allergrößter Gewissenhaftigkeit vor. Diese Gewissenhaftigkeit ist und bleibt die unabdingbare Grundlage für die Genehmigungen.”

Pressemeldung von  Nds. Ministerium für Umwelt, Energie, Bauen und Klimaschutz