Dramatische Verschärfung für Handwerksbetriebe

Dramatische Verschärfung für Handwerksbetriebe
Stark betroffen sind neben dem Bäckerhandwerk beispielsweise Kfz-Werkstätten, Fahrzeuglackierer, Textilreiniger und Fleischer. Foto: www.amh-online.de

Dramatische Verschärfung für Handwerksbetriebe

Oldenburg. Die Lage im Handwerk hat sich in den vergangenen Wochen dramatisch verschärft. Das betrifft vor allem die energieintensiven Betriebe. Darauf weist die Handwerkskammer Oldenburg hin.

„Vielen Betrieben steht das Wasser inzwischen bis zum Hals. Und diese Betriebe gehen unter, wenn ihnen nicht schnell ein Rettungsring aus direkten und unbürokratischen Härtefallhilfen zugeworfen wird“, sagt Kammerpräsident Eckhard Stein. Die Handwerkskammer Oldenburg vertritt 13.000 Mitgliedsbetriebe. „Sie sorgen dafür, dass die Region am Laufen bleibt“, so Stein. Das Handwerk habe sich als robuster Wirtschaftsbereich bewährt und sei sich seiner Verantwortung als systemrelevanter Player bewusst, ergänzt der Präsident.

Im Verbund mit den anderen Handwerkskammern und dem Zentralverband des Deutschen Handwerks wurde das jüngste Lagebild per Online-Befragung erstellt.

Die Umsätze sind demnach bei einer Mehrheit von 60 Prozent der 4.000 antwortenden Betriebe deutlich eingebrochen. Die Situation bei den Lieferketten bleibt äußerst angespannt. Die enorm gestiegenen Energiepreise machen es für zahlreiche Handwerksbetriebe unmöglich, überhaupt noch rentabel und ohne Verluste ihr Geschäft zu betreiben. Vielen Betrieben fehlen schlicht die Mittel, um eine solche Durststrecke zu überstehen.

Bei neun von zehn Handwerksbetrieben sind die Energiekosten seit dem Jahresbeginn 2022 massiv gestiegen. Diese Kosten können nur teilweise und häufig auch gar nicht an die Kunden weitergereicht werden. „Auf Dauer wird sich jedoch kein Betrieb halten können, wenn die Kosten immer größer werden und gleichzeitig die Umsätze immer weiter zurückgehen“, erklärt Präsident Stein.

Zur Ankündigung von Bundeswirtschaftsminister Robert Habeck, den Rettungsschirm größer aufzuspannen, sagt Eckhard Stein: „Endlich wird nun greifbarer, wofür wir uns seit Wochen intensiv eingesetzt haben: Für alle unsere energieintensiven Betriebe soll es schließlich doch die Möglichkeit einer direkten Bezuschussung zum Ausgleich ihrer exorbitant gestiegenen Energiekosten geben. Und vor allem: Diese Zuschüsse sollen auch rückwirkend gewährt werden. Allerdings wird das den Betrieben nur dann helfen, wenn diesen Ankündigungen auch schnellstmöglich Taten folgen.“

Siehe auch  Oldenburger Baustellen-Update 31.01.2023

Pressemeldung von  Handwerkskammer Oldenburg