Antrittsbesuch des niedersächsischen Wissenschaftsministers Falko Mohrs

Antrittsbesuch des niedersächsischen Wissenschaftsministers Falko Mohrs
Das Präsidium der Universität Oldenburg begrüßte heute auf dem Campus Niedersachsens neuen Wissenschaftsminister Falko Mohrs (Bildmitte). Neben dem Minister im Bild (von links nach rechts): die Vizepräsidentin für Forschung und Transfer Prof. Dr. Christiane Thiel, Universitätspräsident Prof. Dr. Ralph Bruder, der Vizepräsident für Verwaltung und Finanzen Jörg Stahlmann sowie Prof. Dr. Annett Thiele, Vizepräsidentin für Wissenschaftlichen Nachwuchs, Gleichstellung und Diversität. Foto: Universität Oldenburg / Markus Hibbeler

Antrittsbesuch des niedersächsischen Wissenschaftsministers Falko Mohrs

Oldenburg. „Ich habe mich sehr gefreut, an der Universität Oldenburg direkte Einblicke in zwei ihrer zahlreichen herausragenden Forschungsprojekte zu erhalten. Auch im Gespräch mit dem Präsidium konnte ich mich vor Ort davon überzeugen, wie gut die Universität Oldenburg aufgestellt ist: stark in Forschung, Lehre und Transfer, erfolgreich als Gründungsuniversität und mit besonderer Verankerung in der Region.“ Das sagte Niedersachsens neuer Wissenschaftsminister Falko Mohrs heute anlässlich seines offiziellen Antrittsbesuchs an der Universität Oldenburg. Nach einem Austausch mit dem Präsidium erhielt der Minister Einblicke in zwei der herausragenden Forschungsfelder der Universität und besuchte dazu sowohl den Campus Haarentor als auch den naturwissenschaftlich-medizinisch geprägten Campus Wechloy.

Wie verändert die Erschließung hunderttausender, zuvor lange vergessener Dokumente aus der Zeit von 1652 bis 1817 unseren heutigen Blick auf eine Epoche großer Umbrüche? Darüber sprach die Direktorin des Akademienprojekts „Prize Papers“, die Oldenburger Historikerin Prof. Dr. Dagmar Freist, mit dem Minister. Das historische Langzeitprojekt der Niedersächsischen Akademie der Wissenschaften zu Göttingen, das je zur Hälfte vom Bund und dem Land Niedersachsen finanziert ist, beschäftigt sich seit 2018 mit der Erschließung, Digitalisierung, Erforschung und Präsentation der sogenannten Prisenpapiere („Prize Papers“). Diese lagern in mehr als 4.000 Kisten im Londoner Nationalarchiv: mehr als 100 Dokumententypen in 19 Sprachen, darunter allein geschätzte 160.000 Briefe, die im Zuge von Schiffskaperungen konfisziert wurden und ihre damaligen Adressatinnen und Adressaten nie erreichten. Das internationale Prize-Papers-Team verteilt sich auf Oldenburg, London und Göttingen; an der Universität Oldenburg umfasst es fünf Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler sowie aktuell 16 Forschungsstudierende. Nach einem virtuellen Rundgang durch das Projekt und seine Standorte präsentierten Freist und ihre Mitarbeitenden dem Minister unter anderem das Herzstück des Vorhabens, das frei zugängliche und stetig wachsende Onlineportal (portal.prizepapers.de).

Siehe auch  Stefan Büürma zum Richter am Oberlandesgericht Oldenburg ernannt

Wie lassen sich anhand des Meeresbodens Klima und Strömungen rekonstruieren, und wie lassen sich in einem sogenannten Reinraumlabor feinste Spuren verschiedener Elemente im Meerwasser nachweisen? Dazu erhielt Mohrs theoretische und praktische Einblicke am Institut für Chemie und Biologie des Meeres (ICBM) der Universität. ICBM-Direktor Prof. Dr. Heinz Wilkes begrüßte den Minister mit einem kurzen Überblick über die Schwerpunkte des Instituts in der Meeres- und Umweltforschung, ehe die Geochemikerin Prof. Dr. Katharina Pahnke anhand eines Sedimentkerns beispielhaft die Klimarekonstruktion veranschaulichte. Für Mohrs gehörte dazu auch der genaue Blick auf eine Probe durchs Mikroskop – ebenso wie eine Stippvisite im vollkommen staub- und metallfreien Reinraumlabor von Pahnkes Arbeitsgruppe „Marine Isotopengeochemie“, spezielle Schutzkleidung inklusive. Zum 1987 gegründeten ICBM mit seinen Standorten in Oldenburg und Wilhelmshaven gehören rund 235 Mitarbeitende in insgesamt 26 Arbeitsgruppen. Das Heimatinstitut des Tiefseeforschungsschiffs „Sonne“ bietet fünf Studiengänge an, über die der Minister sich ebenfalls informierte.

Pressemeldung von  Universität Oldenburg