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Wissenschaft und Praxis ziehen an einem Strang

Famila 2

Die 2015 besiegelte Kooperation zwischen dem Institut für Sonder- und
Rehabilitationspädagogik der Carl von Ossietzky Universität als renommiertes
Forschungsinstitut zum Thema Schulabsentismus und dem Team Wendehafen, das als
Übergangsmanagement Schule-Beruf seit 2011 die Schulversäumnisverfahren für
die Schulen im Stadtgebiet abwickelt, trägt Früchte. Zum zweiten Mal wurde
jetzt gemeinsam ein Fachtag zur Prävention von Schulversäumnissen mit
zahlreichen Vertreterinnen und Vertretern der Schulen sowie einigen Netzwerk- und
Kooperationspartnern, die an der Verringerung von Schulversäumnissen arbeiten,
abgehalten. Der Fachtag fand mit rund 60 Teilnehmenden im „Schlauen Haus“ in
Oldenburg statt.

Ziel der beiden Fachtage war die Erstellung einer 2. Auflage des Oldenburger
Handlungskonzepts gegen Schulabsentismus, das in der aktuellen Form seit 2011 in
Kooperation der Oldenburger Schulen mit dem Team Wendehafen umgesetzt wird. So
hat der erste Fachtag vor zwei Jahren den aktuellen Forschungsstand zu Ursachen,
Ausprägungen, Dynamik und Risiken von Schulabsentismus sowie Umgangsweisen und
Interventionsmöglichkeiten behandelt. Außerdem wurde die aktuelle
Verfahrensweise und die Entwicklung von Schulabsentismus in der Stadt Oldenburg
seit Anwendung des Handlungskonzepts unter die Lupe genommen. In Workshops
konnten Erfahrungen mit dem Verfahren ausgetauscht und Anregungen, Ideen sowie
Wünsche der Schulen eingeholt werden.

Am zweiten Fachtag wurde nun gemeinsam besprochen, wie diese Ergebnisse in die
Neuauflage des Oldenburger Handlungskonzepts gegen Schulabsentismus Einzug halten
sowie welche Aktualisierungen und Änderungen zu berücksichtigen sind. So wird
die Neuauflage des Handlungskonzepts unter anderem einen Fokus auf die
Prävention von Schulversäumnissen legen – ein Ergebnis der Forschungen zu
Schulabsentismus. Dies soll zum Beispiel durch die engere Begleitung von
Grundschulen erfolgen, aber auch durch die konkrete Entwicklung schulinterner
Interventionskonzepte, die in den Workshops am Nachmittag von den Schulen
behandelt wurden. Hierzu gab es einen fachlichen Input aus der Wissenschaft zu
Handlungskonzepten im Umgang mit Schulabsentismus sowie ein Praxisbeispiel aus
der Oberschule Osternburg, die mit Begleitung durch das Team Wendehafen und dem
Institut für Sonder- und Rehabilitationspädagogik ein solches schulinternes
Handlungskonzept erfolgreich entwickelt hat. „Schulabsentismus ist eine
unterschätzte Gefahr, die im Schulabbruch enden kann. Deswegen sind präventive
Maßnahmen dringend notwendig, die auch schon durch eine Verbesserung der
Beziehungsqualitäten und der Anbindung an die Schule erreicht werden kann“,
appelliert Prof. Dr. Heinrich Ricking von der Carl von Ossietzky Universität
Oldenburg.

Die Neuauflage des Oldenburger Handlungskonzepts gegen Schulabsentismus soll zum
neuen Schuljahr im Sommer 2020 in Kraft treten und das bis dahin seit neun Jahren
gültige aktuelle Handlungskonzept ablösen. „Mit diesen beiden Fachtagen haben
wir Wissenschaft und Praxis erfolgreich zusammengeführt und hervorragende
Ergebnisse erzielt“, freut sich Clarissa Dennerlein vom Team Wendehafen,
„besonders das Engagement der Schulen für dieses Thema motiviert uns noch
extra.“