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Beruf selbstbestimmt wählen

Projekt unterstützt Heranwachsende mit geistiger Beeinträchtigung – Kick-off am 7. Oktober im Alten Landtag

Famila 2

Oldenburg. Der Übergang von der Schule zum Beruf ist für viele Jugendlichen eine schwierige Phase. Das gilt besonders für Heranwachsende mit geistiger Beeinträchtigung, die sprachlich nur eingeschränkt kommunizieren können. Diesen Heranwachsenden auch jenseits von Tätigkeiten in Werkstätten für Behinderte eine selbstbestimme Berufswahl zu ermöglichen, ist das Ziel des Projekts Teilhabe im Transitionsprozess (TiT). Das von den Oldenburger Sonderpädagoginnen Prof. Dr. Andrea Erdélyi und Prof. Dr. Ingeborg Thümmel geleitete Vorhaben startet nun mit einer öffentlichen Veranstaltung am Montag, 7. Oktober, 10.00 Uhr, im Alten Landtag (Tappenbeckstraße 1, 26122 Oldenburg). Die Veranstaltung richtet sich an diejenigen, die Jugendliche mit geistiger Beeinträchtigung beim Übergang von der Schule zum Beruf begleiten, an Betroffene und ihre Eltern, an Vertreter des sogenannten ersten Arbeitsmarkts sowie an alle an Inklusion Interessierten.

Auf dem Kick-off-Treffen zum Projektstart informieren die beteiligten Wissenschaftler über ihr Vorhaben sowie über bereits erfolgte Vorarbeiten. Zudem hält die Schulpsychologin Dr. Regina Weißmann, Katholische Universität Eichstätt-Ingolstadt, einen Vortrag zur Förderung der Selbstbestimmung bei der Berufswahl. Der Bundestagabgeordnete Stephan Albani spricht zu Beginn ein Grußwort.

„Um einen inklusiven Arbeitsmarkt zu gewährleisten, sollten Menschen mit geistiger Beeinträchtigung dazu befähigt werden, ihren Beruf selbstbestimmt zu wählen – und nicht automatisch nach der Schule in Werkstätten für behinderte Menschen oder Tagesförderstätten wechseln“, sagt Erdélyi. In ihrem Projekt entwickelt die Sonderpädagogin gemeinsam mit Thümmel Kommunikationshilfen weiter, die sie in einem vorangegangenen Vorhaben erstellt haben. Ziel ist, diese Hilfen langfristig an den beteiligten Schulen etablieren. Dazu haben sie eine Stichprobe von 20 Schülerinnen und Schülern aus sechs Schulen in Oldenburg, Edewecht, Leer, Friesoythe und Osterholz-Scharmbeck ausgewählt. Die Teilnehmer sollen unter anderem Praktika in verschiedenen Berufsfeldern durchführen. Das Forschungsteam begleitet die Schülerinnen und Schüler und ihre Lehrkräfte über drei Jahre und wertet die Wirksamkeit der Maßnahmen anhand von Fragebögen und Videoaufzeichnungen aus.

Das Bundesministerium für Arbeit und Soziales (BMAS) unterstützt das Forschungsprojekt „Teilhabe im Transitionsprozess“ (TiT) für drei Jahren mit rund 450.000 Euro. Neben den Wissenschaftlern der Universität Oldenburg und den sechs Schulen sind die Gemeinnützigen Werkstätten Oldenburg, die Stadt Oldenburg und die Industrie- und Handelskammer beteiligt.

Weblinks

Kontakt

Prof. Dr. Andrea Erdélyi, Tel.: 0441/798-4753, E-Mail: andrea.erdelyi@uol.de