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Besucherattraktion am Puls der Zeit

Famila 2

Das Klimahaus Bremerhaven feiert sein zehnjähriges Bestehen. Vier Stunden bleibt ein Besucher im Durchschnitt, und die Zeit vergeht hier schnell.

Vermutlich der Hitzesommer 2018 war es, der dem Klimahaus Bremerhaven ein wenig die Bilanz verhagelt hat. Denn im vergangenen Jahr wurde die weltweit einzigartige Wissens- und Erlebniswelt zu Klima, Klimawandel und Wetter von 425.000 Menschen besucht; 2017 waren es noch rund 455.000 Personen gewesen.

Doch selbst wenn sich 2019 wieder rekordverdächtig hohe Temperaturen einstellen sollten, ist Klimahaus-Geschäftsführer Arne Dunker trotzdem von steigenden Besucherzahlen überzeugt. Dazu werden seiner Auffassung nach die schlagartig gewachsene Bedeutung des Klima-Themas und die „fridays-for-future“-Bewegung entscheidend beitragen. „20 Prozent der Besucherinnen und Besucher sind Schülerinnen und Schüler“, hat Dunker ermitteln lassen. Er ist davon überzeugt, dass nicht wenige dieser jungen Leute im Klimahaus für ihr Klimaschutz-Engagement nachhaltig sensibilisiert wurden.

5,2 Millionen Besucher innerhalb von zehn Jahren

Dass der Klimaschutz ganz oben auf der gesellschaftlichen Agenda angekommen ist – Dunker betrachtet das als das schönste Geburtstagsgeschenk, das man dem Klimahaus machen konnte. 2019 feiert der Anziehungspunkt in den so genannten Havenwelten sein zehnjähriges Bestehen. „Seitdem haben wir 5,2 Millionen Besucherinnen und Besucher gezählt“, berichtete Dunker während eines Pressegespräch, bei dem unsere Redaktion vertreten war. Fast 90 Prozent von ihnen seien Auswärtige. „Im Durchschnitt halten sich eine Besucherin, ein Besucher vier Stunden im Klimahaus auf“, weiß der Geschäftsführer.

Selbst für mehr Stunden würde locker reichen, was auf den 11.500 Quadratmetern Ausstellungsfläche geboten wird. Absolutes Highlight ist der Ausstellungsbereich „Reise“: Entlang des 8. Längengrades begeben sich die Besucherinnen und Besucher auf eine Weltreise. Hautnah und mit allen Sinnen entdecken sie die Klimazonen der Erde. Zum Beispiel schwitzen sie in der heißen Wüste des Niger und staunen im nächtlichen Regenwald Kameruns, frieren im ewigen Eis der Antarktis und holen sich mit etwas Pech auf einer Hallig kalte Füße. Insgesamt führt das Abenteuer durch Schauplätze in neun Orten und fünf Kontinenten.

Extremwetter-Ausstellung ist in der „Mache“

Überall an diesen Reisestationen mit ihren aufwändig gestalteten Kulissen treffen die Besucherinnen und Besucher auf dort lebende Menschen – die per Bild und Ton aus ihrem Alltag erzählen und schildern, wie Klima und Klimawandel ihr Leben beeinflussen.

Doch die besondere Reise ist längst nicht alles, was das Klimahaus zu bieten hat. Ergänzt wird sie durch weitere interaktive Ausstellungsbereiche. Die „Perspektiven“ etwa begeben sich auf die Spur des Klimawandels in der Geschichte der Erde und befassen sich nicht zuletzt mit dem Menschen als „Klimafaktor“.

 

Foto: Klimahaus

Das „Offshore Center. Meer – Wind – Energie“ lässt die Menschen erleben, wie Windenergieanlagen auf hoher See errichtet werden; auf Wunsch ist sogar ein virtuelles Pilotentraining möglich. Der neueste Ausstellungsbereich ist das „World Future Lab“. Bei diesem begehbaren, interaktiven Spiel zu den Themen Klimaschutz und Nachhaltigkeit erfahren die Teilnehmerinnen und Teilnehmer an acht Spielstationen, wie jede/r von ihnen die Welt nachhaltiger gestalten kann. Um eine riesige Erdkugel finden sich acht „Labortische“. An denen werden Entscheidungen zur Rettung des Klimas getroffen – und diese auf dem Globus sofort sichtbar.

Der nächste attraktive Ausstellungsbereich ist in der „Mache“: „Voraussichtlich im Herbst 2021 wird die Extremwetter-Ausstellung eröffnet“, kündigte Arne Dunker vor den Pressevertretern an. Eine Simulator-Plattform soll die Besucherinnen und Besucher im wahrsten Sinne des Wortes bewegen und im wahrsten Sinne des Wortes mit Klimafolgen wie Starkregen, Dürren und Tornados in Berührung bringen.

Besonderer Ort der außerschulischen Bildung

Wir müssen sowohl in den Ausstellungsbereichen als auch mit unseren Angeboten immer auf dem aktuellsten Stand sein“, erläuterte Dunker. Das sei angesichts der laufend neuen Erkenntnise zum Klimawandel ein Ding der Notwendigkeit, so der Geschäftsführer. Diese Aktualität wird von einem hauseigenen Team aus Expertinnen und Experten sichergestellt. Zugleich kooperiert das Klimahaus unter anderem mit dem Alfred-Wegener-Institut für Polar- und Meeresforschung, dem Max-Planck-Institut für Meteorologie und dem Deutschen Wetterdienst.

Zur Anziehungskraft des Klimahauses tragen neben den festen Ausstellungsbereichen ebenfalls regelmäßige Sonderausstellungen bei: Im Herbst 2019 folgt „MenschenWelt“, eine Wanderausstellung der Deutschen Bundesstiftung Umwelt mit dem Thema der planetaren Grenzen.

Unbedingt erwähnenswert ist auch die „FroSTA-Kochschule“, in der vor allem Kinder und Jugendliche gesund und nachhaltig kochen sollen.

 

Foto: Klimahaus

Überhaupt die Kinder und Jugendlichen…Das Klimahaus ist eine private Einrichtung, die Geld verdienen muss. Doch außerdem sieht sich das Klimahaus ausdrücklich als Ort der außerschulischen Bildung. Diesen Auftrag erfüllt das Klimahaus offenbar tadellos: In den Jahren 2016 und 2018 wurde der Bremerhavener Besuchermagnet als Lernort der höchsten Kategorie von der Bildungsorganisation der Vereinten Nationen, der Unesco ausgezeichnet.

www.klimahaus-bremerhaven.de