Brahms-Zyklus vollendet

Paavo Järvi und Die Deutsche Kammerphilharmonie Bremen

Mit der Einspielung der 3. und 4. Sinfonie von Johannes BrahmshabenPaavo Järviund Die Deutsche Kammerphilharmonie Bremenihren Brahms Sinfonien-Zyklus vollendet. Die dritte und somit letzte CD (Sony) ist ab 29. März 2019 im Handelerhältlich. Für Bremen ist bereits ab 28. März eine Bremen-Edition auf dem Markt. Mit der gleichen Hingabe, mit der sich Die Deutsche Kammerphilharmonie seinerzeit mit Beethoven und Schumann beschäftigte, widmete sich das Orchester gemeinsam mit Paavo Järvi seit 2015 Johannes Brahms und seinen Sinfonien. Diese neu zu interpretieren, sie für ein Publikumvon heute lebendig erscheinen zu lassen –das ist dem »Bremer Dream Team« (Hamburger Abendblatt) bereits mit den ersten beiden CDs mit Brahms‘ Sinfonie Nr. 2, der Tragischen Ouvertüre und Akademischen Festouvertüre sowie der Sinfonie Nr. 1 und den »Variationen über ein Thema von JosefHaydn« gelungen. Unmittelbar nach Veröffentlichung der ersten CD des Zyklus (Sony/RCA) mit der 2. Sinfonie war die Einspielung bei BR Klassik und NDR Kultur ›CD der Woche‹ bzw. ›CD-Tipp‹ und laut SWR 2 ein »rhetorischer Jungbrunnen für den ›alten‹ Brahms«. Die Aufnahme der Sinfonie Nr. 1 wurde im vergangenen Jahr mit dem Opus Klassik in der Kategorie ›Sinfonische Einspielung des Jahres/Musik des 19. Jahrhunderts‹ ausgezeichnet. Über diese Einspielung schrieb Die Zeit: »Das hier ist eine Referenzaufnahme.«Ein Höhepunkt des Brahms-Zyklus war die Aufführung des Requiems am 10. April 2018 im Dom zu Bremen. 150 Jahre nach Uraufführung des ›Ein Deutsches Requiem‹ (10. April 1868) im Bremer St. Petri Dom huldigten Die Deutsche Kammerphilharmonie Bremen und ihr Chefdirigent Paavo Järvi dem hanseatischen Komponisten am Originalschauplatz.

Brahms hat seine vier Sinfonien jeweils paarweise vollendet: die ersten beiden Symphonien 1876 und 1877, die letzten beiden 1883 und 1884/85. Gegenüber der 1. Sinfonie, die eine Beethoven‘sche Dramaturgie aufzeigt,und der facetten-und schattenreichen 2. Sinfonieloten die Sinfonien Nr. 3 und 4 nochmals andere Möglichkeiten der sinfonischen Gattung aus. Die im Sommer 1883 in Wiesbaden vollendete Dritte wurde ganz unterschiedlich aufgenommen: Für den Uraufführungs-Dirigenten Hans Richter war sie Brahms’ ›Eroica‹. Der Wiener Kritikerpapst Eduard Hanslick zählte den 1. Satz zum »Bedeutendsten und Vollkommensten, was wir von Brahms besitzen.« Die Vierte ist die ernsteste und kompromissloseste und schließt den ganzen Kosmos sinfonischer Gestaltungen und Charaktere von Brahms Sinfonieschaffen ab.