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„Hongkong Connection“ im Kabinett Übersee

Nach der Niederlage Chinas in den Opiumkriegen ergriffen viele Kaufleute die günstige Gelegenheit, Handel in den chinesischen Hafenstädten zu betreiben. So auch der Bremer Johann Lauts, der sich 1878 als Kaufmann in Hongkong niederließ. Sein Leben rund um Firma und Familie dokumentierte er mit seiner Kamera. Johann Lauts war außerdem ein wichtiger Kontakt für das Übersee-Museum. Über sein Netzwerk gelangten Sammlungsstücke der bremischen Händler aus China in das Museum. 40 Fotografien aus dem Alltag des bremischen Kaufmanns Johann Lauts sowie 12 Objekte aus der China-Sammlung zeigt die Ausstellung „Hongkong Connection“ vom 8. Februar bis 21. April im Kabinett Übersee.

Bis 1842 konnten ausländische Kaufleute nur über die Stadt Kanton mit China Handel treiben. Doch nach dem ersten Opiumkrieg begann die Zeit der „Ungleichen Verträge“. Innerhalb chinesischer Hafenstädte erhielten die europäischen Kolonialmächte exterritoriale Niederlassungen mit eigenen Hoheitsrechten. Aufgrund der günstigen Handelsbedingungen siedelten sich viele europäische Kaufleute in diesen Hafenstädten an. Unter ihnen der Bremer Händler Johann Lauts, der 1878 nach Hongkong auswanderte und sich dort mit Firma und Familie für 30 Jahre niederließ. Seine Privatfotografien geben nun Einblicke in das Alltagsleben der europäischen Händler in China: Pferderennen, Ausflüge in das Umland, gemeinsames Picknicken mit Familie und Freunden.

Neben historischen Fotografien zeigt „Hongkong Connection“ auch eine Auswahl von Objekten, die durch die Verbindung von Hugo Schauinsland, dem Gründungsdirektor des Übersee-Museums, mit Johann Lauts und seinem Netzwerk in die Sammlung des bremischen Museums gelangten. „Wieso wurden damals diese ethnologischen und naturkundlichen Dinge gesammelt und wie gelangten sie ins Museum?“, fragt Jan Waßmann, der Kurator der Ausstellung. Johann Lauts Fotografien vermitteln einen Eindruck von der Mentalität einer für das Übersee-Museum wichtigen Sammlergruppe, die der Kaufleute. Gleichzeitig beleuchtet „Hongkong Connection“ das wirtschaftliche Sammler- und Händlernetzwerk rund um Johann Lauts.

Der Bremer Johann Lauts (1855-1944) ging 1878 nach Hongkong, um für die Bremer Firma Melchers & Co. zu arbeiten. 1884 machte er sich als Kaufmann selbstständig. Er erlangte ein Vermögen im Import europäischer Waren, darunter Bremer Bier, mit der Verschiffung chinesischer Arbeitskräfte in europäische Kolonien sowie mit dem Handel von Petroleum. 1908 kehrte Johann Lauts mit seiner Familie nach Bremen zurück. 1910 wurde er Mitglied der Bürgerschaft und in den Vorstand der Geographischen Gesellschaft gewählt.

Jan Waßmann (*1987), seit 2015 studentische Hilfskraft der Abteilung Völkerkunde, kuratierte „Hongkong Connection“ im Zuge seiner Masterarbeit im Studiengang „Museum und Ausstellung“ an der Universität Oldenburg.

Begleitend zur Ausstellung bietet Jan Waßmann am 19. Februar um 19 Uhr einen Vortrag unter dem Titel „Hongkong Connection 1900 – Leben und Wirken Bremer Kaufleute“ und am 17. März um 15 Uhr eine öffentliche Führung durch „Hongkong Connection“ an.

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