Etwa 4.000 Menschen müssen am ersten Ferientag in Oldenburg evakuiert werden

Etwa 4.000 Menschen müssen am ersten Ferientag evakuiert werden
Übersicht über das Evakuierungsgebiet für den 14. Juli 2022. Quelle: Stadt Oldenburg

Etwa 4.000 Menschen müssen am ersten Ferientag in Oldenburg evakuiert werden

Oldenburg. Bei Bodensondierungen auf dem Gelände des ehemaligen Fliegerhorstes ist ein Bomben-Verdachtspunkt entdeckt worden. Der Kampfmittelbeseitigungsdienst des Landes Niedersachsen geht momentan davon aus, dass es sich um einen Blindgänger aus dem Zweiten Weltkrieg handelt. Genaueres lässt sich jedoch erst sagen, wenn der Verdachtspunkt geöffnet ist. Um die Sicherheit der Bevölkerung zu gewährleisten, wird deshalb die Fundstelle am Donnerstag, 14. Juli, weiter untersucht und gegebenenfalls die Bombe noch vor Ort entschärft. Der Fundort befindet sich auf dem früheren Militärareal in der Nähe des Towers.

Dafür ist es erforderlich, dass an dem ersten Tag der Sommerferien ab 8.30 Uhr in einem Radius von 1.000 Metern in Dietrichsfeld und Alexandersfeld evakuiert wird. Etwa 4.000 Menschen müssen den Bereich verlassen. Das betrifft unter anderem die Straßen Brookweg und deren Abzweigungen bis einschließlich Tondernstraße, Teile des Mittelwegs und Rauhehorstes sowie Teile von Alexandersfeld, Haßforter Straße, Am Alexanderhaus, Schinkelstraße, Berliner Straße und Pariser Straße sowie Teile des Brokhauser Wegs. Die Alexanderstraße wird vom Schwarzen Weg bis zum Bürgerbuschweg voll gesperrt, die Busse der VWG werden umgeleitet. Betroffen sind unter anderem auch die Kindergärten Sankt Christopherus (Brookweg), die Katholische Kindertagesstätte Heiliger Alexander (Zum Offizierskasino), die Kinderkrippe Schneckenhaus (Friedlandstraße), der Hort Schülerinnentreff (Alexanderstraße) sowie die Seniorenresidenz Alexandersfeld (Schinkelstraße 1).

Eine Sammelstelle für von der Evakuierung betroffene Menschen wird in der Mensa des Neuen Gymnasiums (Alexanderstraße 90) eingerichtet. Sie steht ab 8.15 Uhr zur Verfügung.
Die Stadt, die Feuerwehr und die Polizei appellieren an alle Menschen, sich zu ihrer eigenen Sicherheit ab 8.30 Uhr nur noch außerhalb des Radius aufzuhalten beziehungsweise ihre Wohnungen und Häuser rechtzeitig zu verlassen und erst nach Vollzugmeldung wieder zurückzukehren.

Wie und wo kann ich mich informieren?

Menschen mit Behinderungen und Einschränkungen können sich an das ServiceCenter der Stadt unter Telefon 235-4500 (Montag bis Mittwoch von 7 bis 18 Uhr, am Donnerstag, 14. Juli, ab 6 Uhr) wenden und einen Fahrdienst anfordern. Die Anwohnerinnen und Anwohner werden kurzfristig mit Handzetteln auf die Evakuierung und weitere Informationen hingewiesen. Online stellt die Stadt alle relevanten Infos zur Evakuierung sowie die Allgemeinverfügung unter www.oldenburg.de/evakuierung bereit. Zudem wird auf den städtischen Kanälen bei Instagram und Facebook auf die aktuelle Lage hingewiesen.

Ist auch meine Straße betroffen?

Sie wohnen in der Nähe des Fliegerhorstes? Auf www.oldenburg.de/evakuierung zeigt eine Karte an, ob Sie von der Evakuierung betroffen sind.

Wieso gibt es Bombenfunde in Oldenburg?

Im Zuge der Entstehung eines neuen Stadtteils und der damit verbundenen Bautätigkeiten sind seit 2016 immer mal wieder Blindgänger auf dem ehemaligen Fliegerhorst gefunden worden. Die letzte Bombenentschärfung mit einer Evakuierung des betroffenen Bereichs fand im September 2019 statt und verlief reibungslos.

Was sind Kampfmittel?

Zu den Kampfmitteln zählen Bomben, Granaten, Munition und Munitionsteile, aber auch Waffen und Waffenteile, die durch die Wehrmacht oder die ehemaligen Alliierten im Zuge der Kampfhandlungen hinterlassen wurden. Es kann sich dabei gleichermaßen um sogenannte „Blindgänger“ wie um ungebrauchte Kampfmittel handeln. Aber nicht nur Kampfmittel des Zweiten Weltkrieges, sondern auch Munition aus heutiger Produktion werden gefunden.

Was muss ich tun, wenn ich Kampfmittel finde?

In allen Fällen von Kampfmittelfunden ist höchste Vorsicht geboten! Kampfmittel auf gar keinen Fall anfassen. Sofort die Polizei unter 110 über den Fund und den genauen Fundort verständigen. Den Zugang zur Fundstelle sperren (zum Beispiel durch Hütchen, Flatterband oder ähnliches).

Quelle Pressemeldung von  Stadt Oldenburg